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27.11.2016

08:11 Uhr

Keine Fließbänder mehr

Audi plant eine Revolution

Seit 100 Jahren gibt das Fließband in der Autoindustrie den Takt an. Aber der Ablauf ist mittlerweile zu starr. Selbstfahrende Autos und die Warteschlange an der Supermarkt-Kasse haben Audi auf eine neue Idee gebracht.

Wie hier bei der Montage des Audi R8 am Standort Neckarsulm sollen in Zukunft bei Audi überall in den Autofabriken fahrerlose Transportsysteme das Fließband ersetzen dpa

Audi will das Fließband abschaffen

Wie hier bei der Montage des Audi R8 am Standort Neckarsulm sollen in Zukunft bei Audi überall in den Autofabriken fahrerlose Transportsysteme das Fließband ersetzen

IngolstadtAnno 1913 hat Henry Ford in seiner Autofabrik in Detroit das Fließband eingeführt. Ohne diese revolutionäre Idee würden heute keine 90 Millionen Autos jährlich gebaut. Jetzt plant Audi-Vorstand Hubert Waltl in Ingolstadt eine neue Revolution: Er will das Fließband abschaffen. Die Autos sollen nicht erst auf der Straße, sondern schon als Karosserie auf dem Weg durch die Fabrik digital vernetzt und autonom unterwegs sein.

„Nur mit dem einen, immer gleichen Produkt ergab die Fließband-Fertigung vor 100 Jahren Sinn“, sagt Waltl. „Heute wollen unsere Kunden genau das Gegenteil: Jeder Audi soll so einzigartig sein wie ein Maßanzug.“ Im harten Wettbewerb bieten die Autobauer immer mehr Modelle, Motoren, Varianten und Ausstattungen an. In der Oberklasse laufen heute praktisch keine identischen Fahrzeuge mehr vom Band. Beim 7er BMW zum Beispiel gibt es inzwischen zehn Millionen Möglichkeiten.

Wenn aber das richtige Bauteil am Band fehlt, eine Maschine ausfällt oder die Linie für eine neue Modellvariante umgebaut werden muss, steht gleich die ganze Produktion still, sagt Christoph Stürmer von der Unternehmensberatung PwC. Waltls neuer Ansatz sei deshalb „beeindruckend und zukunftsweisend“.

Statt Fließband gibt es im Werk künftig 200 Montageinseln. Die Karosserie wird von Robotern auf einen Transportwagen gepackt, der sich selbst seinen Weg zu den verschiedenen Inseln sucht.

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„Wie vor den Kassen im Supermarkt, wo sich der Kunde an der kürzeste Warteschlange anstellt, steuert das vernetzte Fahrzeug zunächst die Stationen an, wo die Auslastung niedriger ist“, erklärt der Ingenieur und Innovationsmanager Fabian Rusitschka. Und anders als auf dem Fließband durchfährt das Fahrzeug auch nicht mehr jede Station. „Der Kunde in Afrika hat keine Sitzheizung bestellt, also umfährt das Fahrzeug diese Einbaustation“, sagt Rusitschka. Die Türdichtungen sind im Zweitürer schneller montiert als im Viertürer: „Das Fahrzeug verlässt die Station schneller, die gesamte Auslastung wird höher – am Ende des Tages haben wir mehr Fahrzeuge produziert.“

Kommentare (6)

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Tschortscho Eibl

28.11.2016, 09:00 Uhr

Guten Morgen Mitdenker,

das ist doch nichts Neues, was soll das für eine Revolution sein, wenn die Roboter-Wägelchen über Wlan gesteuert werden.

In den 80 Jahren des letzten Jahrhunderts zu meiner Studienzeit war ich bei Roland Berger & Partner, unsere Marktforschungsabteilung interviewte Vorstandsvoritzende zu ihren Plänen.

War in Hannover. Hanomag baute dort Lader in diversen Größen, die Montage-Inseln wurden auf Schienen bewegt, über Weichen konnten die Inseln bedarfsgerecht gesteuert werden.

Hanomag gibt es schon lange nicht mehr, warum ? Weil sie die falschen Lader produziert haben. Sie hatten die Marktströmungen nicht erkannt.

Kunde von mir, ganz großer Audi-Fan fuhr immer A8 S-type, hat sich einen R8 ausgeliehen, Kauf überlegt. War dann der Meinung zu heiß innen, kein Fahrkomfort, hat seiner Frau dann einen TT geschenkt.

Meine persönlichen Erfahrungen, hatte VW-Amarok kam jetzt zwar aus Südamerika, vollkommen unausgegoren. Zu kleiner Motor, Heckklappe nicht abschließbar, das Multimediasystem auf einfache Weise nicht erweiterbar.
Bereits der 5 von 6 Gängen als Overdrive ausgelegt, damit das Teil eine geringe Durchschnittsverbrauch-Angabe erreichte. Waren tatsächlich 8,6 Liter in entspannter Schleichfahrt mit 100 möglich. Da kein Untersetzungsgetriebe vorhanden 1.Gang entsprechend niedrig.
Das Teil hatte keine Anzeige für die Wassertemperatur !
Trotzdem, ein nettes Spielzeug!

Es ist durchaus nachvollziehbar, diese Fahrzeug mit Hightech-Elektronik aus zurüsten, deren Hardware-Komponenten auch Asien kommen und dementsprechend billig sind und viel Show veranstalten.



Tschortscho Eibl

28.11.2016, 09:08 Uhr

Fortsetzung :

Was ich damit sagen möchte, ähnlich unserer Politiker hat man sich in der Auto-Industrie, soweit von der Realität entfernt, dass man die wahren Bedürfnisse der Kunden nicht mehr erkennt.

Es ist m.E. unverantwortlich Technik verliebte Ingenieure in Vorstands Positionen agieren zu lassen, deren betriebswirtschaftlicher Hintergrund eher marginal ist !

Die Menschheit braucht keine Millionen-Versionen von Audis, BMW's und Daimlers die von Robotern produziert wurden !!!!!!

Ich habe mal Wirtsch. Ing. gelernt.
Meine Freunde und Kunden sich die Bosse des Mittelstands, die ihre Mitarbeiter noch persönlich kennen. Die lösungs- und zielorientiert arbeiten müssen, weil die Staatssubventionen im Vergleich eher gering ausfallen.

Dies ist der Großindustrie schon lange abhanden gekommen !!

Tschortscho Eibl

28.11.2016, 09:25 Uhr

Mein S8-Spezi, seine linke Hand und me, haben zusammen eine lernende Software für die AV entwickelt, die Qualtätssicherung, Produktionsoptimierung und Mitarbeiter-Controlling realisiert.

Ich neige mehr zu Understatement und tue den ganzen Tags was ich lustig find :-)

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