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28.01.2005

17:30 Uhr

Keine Garantien über 2010

GM macht Bochumer Opelanern Hoffnung

Die Chancen auf ein Weiterbestehen des Bochumer Opel-Werks sind deutlich gestiegen. General Motors hat massive Unterstützung angekündigt.

Foto: dpa

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HB ESSEN. Im Gegenzug zu Lohneinbußen und Arbeitsplatzabbau könne Bochum möglicherweise 2007 ein zusätzliches Astra-Modell bekommen. Zukunftsgarantien über das kritische Datum 2010 hinaus machte GM-Europa-Vizechef Carl-Peter Forster am Freitag aber für keines der europäische Werke. „Die besten Chancen, gegen Ende des Jahrzehnts neue Modellaufträge zu erhalten, hat derjenige der die besten Kostenstrukturen aufweist“, sagte am Freitag der Bochumer Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel nach der Forster-Rede bei der Belegschaftsversammlung in der Essener Grugahalle.

Nach dem Angebot an die Bochumer Opelaner fuhr Forster weiter nach Rüsselsheim, wo weitere Sanierungsgespräche anstanden. Rüsselsheim kämpft um das neue Vectra-Modell, das von 2008 an am Opel-Stammsitz oder im schwedischen Trollhättan gebaut werden soll. Eine Entscheidung soll Ende Februar fallen.

Der Bochumer Betriebsrat und die IG Metall äußerten sich nach dem Angebot von Forster verhalten optimistisch. Die Chancen auf einen langfristigen Werkserhalt würden mit der zusätzlichen Produktion einer fünftürigen Astra-Limousine deutlich steigen, sagte Einenkel. Das Angebot müsse aber schriftlich vorliegen. „Die Belegschaft wird in den Verhandlungen nicht in Vorleistung treten.“ Die IG Metall sprach von einer „ersten Zukunftsperspektive“.

Forster hatte die Vergabe des Fünftürers von Einschnitten abhängig gemacht, die das Bochumer Werk auf das Niveau von Eisenach bringen sollen. Damit müssten die Bochumer ihre Autos, derzeit Zafira und Astra Kombi, mit 1400 Beschäftigten weniger bauen als bisher. Weitere 1500 Stellen müssten in der Achsfertigung, dem Auspuffbau und den Presswerken wegfallen. Diese Produktionen sollen ganz oder zum Teil nach Zentraleuropa und in andere europäische Werke wie Ellesmere Port in England, Kaiserslautern oder Antwerpen verlegt werden. Die Beschäftigten würden auch langfristig rund 20 % Verdiensteinbußen hinnehmen müssen.

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