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29.03.2012

13:22 Uhr

Keine Kernkraftwerke

Eon und RWE stoppen Atompläne in Großbritannien

Eon und RWE geben ihre Pläne auf, in Großbritannien neue Atomkraftwerke zu bauen. Aus Unternehmenskreisen wurde das dem Handelsblatt bestätigt. Die Energiekonzerne hatten dort Milliardeninvestitionen geplant.

Daumen runter bei RWE-Chef Jürgen Großmann (Bild): RWE und Eon bauen keine Atomkraftwerke in Großbritannien. dpa

Daumen runter bei RWE-Chef Jürgen Großmann (Bild): RWE und Eon bauen keine Atomkraftwerke in Großbritannien.

Düsseldorf/LondonDie Energiekonzerne Eon und RWE legen ihre milliardenschweren Pläne zum Bau neuer Atomkraftwerke in Großbritannien zu den Akten. RWE kündigte am Donnerstag an, aus dem gemeinsamen Joint Venture Horizon auszusteigen. „Parallel hat Eon den Ausstieg angekündigt“, hieß es.

Als Grund für den Verzicht verwiesen unter anderem auf die hohen Kosten. „Ziel ist es nun, einen Käufer für Horizon Nuclear Power zu finden.“ Die Versorger hatten ursprünglich mehrere Meiler in Großbritannien errichten wollen und dafür Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe angekündigt.

Eon und RWE hatten vor einigen Jahren das Joint Venture mit dem Namen Horizon gegründet, um in Großbritannien bis 2025 neue Kernkraftwerke mit einer Leistung von rund 6.000 Megawatt zu errichten. Hierzu planten sie Investitionen im zweistelliger Milliardenhöhe.

Nach der Meldung bauten die Aktien von Eon und RWE ihre Verluste aus. Für die beiden größten deutschen Versorger ist Großbritannien einer der wichtigsten Auslandsmärkte. „Eon und RWE wollen in Großbritannien bis 2025 neue Kernkraftwerke mit einer Leistung von rund 6.000 Megawatt errichten. Das Programm wird wahrscheinlich mehr als 15 Milliarden Pfund (18 Milliarden Euro) kosten“, hatte das Eon-RWE-Joint-Venture Horizon seit Jahren angekündigt.

Zuletzt waren die Zweifel an dem Projekt immer lauter geworden. Unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, drastisch steigende Kosten und Verzögerungen bei AKW-Neubauten in Frankreich und Finnland sowie niedrige Strompreise drücken auf die Stimmung.

„Das macht auch wirklich keinen großen Appetit darauf, sich dieses Risiko anzutun“, hatte Eon-Vorstand Klaus-Dieter Maubach kürzlich gesagt. „Bei einem Strompreis von 60 Euro je Megawattstunde können Sie kein Kernkraftwerk bauen“, hatte zuvor bereits der künftige RWE-Chef Peter Terium erläutert. Terium hatte die Latte hochgehängt.

Kommentare (21)

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Baluba

29.03.2012, 10:20 Uhr

EON und RWE sollten lieber in ein Atomkraftwerk im Iran investieren!

Hans

29.03.2012, 10:47 Uhr

AKWs finanziert nach Fukushima auch keine Bank mehr. Die Kreditgeber von Tepco wurden ja gezwungen, den Konzern weiter am leben zu halten, damit der Staat weiter Tepco als Südenbock hat. Ob die Kreditgeber von Tepco ihr Geld wiedersehen, ist völlig ungewiss.

Torsten_Steinberg

29.03.2012, 11:01 Uhr

Als zwar nicht radikaler, aber immerhin doch entschiedener Gegner der Atomkraft bin ich mir der Tatsache durchaus bewusst, für wie unmaßgeblich meine Meinung von den Großen der Energiekonzerne erachtet oder besser mißachtet wird. Trotzdem möchte ich heute zu dieser, in meinen Augen richtigen Entscheidung gratulieren und meinen Dank aussprechen.

Außerordentlich interessant ist die Begründung, dass der Bau eines Atomkraftwerkes, das doch von interessierten Kreisen immer wieder gern als Lieferant des billigsten Stroms propagiert wird, sich wegen des zu niedrigen (!!) Strompreises nicht rentiere.

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