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03.06.2014

15:08 Uhr

Keine Mängel bei Pharmariese

Behörden lassen Bedenken gegen Boehringer fallen

Die US-Beamten sind wieder zufrieden: Die bemängelten Produktionsschritte bei Boehringer sind behoben, ein neues Medikament kann starten. Nicht nur die Ingelheimer rügt die FDA – immer wieder erwirkt sie Importstopps.

Nun ist scheinbar wieder alles im Reinen bei Boehringer Ingelheim, zumindest fand die US-Gesundheitsbehörde keine Mängel mehr. dpa

Nun ist scheinbar wieder alles im Reinen bei Boehringer Ingelheim, zumindest fand die US-Gesundheitsbehörde keine Mängel mehr.

FrankfurtDer Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat die von der US-Gesundheitsbehörde beanstandeten Produktionsmängel im Stammwerk Ingelheim bei Mainz behoben. Die FDA habe dies dem Familienunternehmen in einem Schreiben vom 2. Juni bescheinigt, teilte Boehriger Ingelheim am Dienstag mit. Deutschlands zweitgrößter Arzneimittelhersteller nach Bayer war Ende 2012 ins Visier der FDA geraten. Bei einer Routine-Untersuchung in Ingelheim Ende 2012 waren Inspektoren auf Mängel bei der Qualitätskontrolle gestoßen. Im Mai 2013 rügte die FDA den Konzern dann erneut, weil er nicht genügend untersucht habe, wie bei der Arzneimittel-Produktion Fremdpartikel in Wirkstoffe geraten konnten.

FDA-Inspektoren prüfen regelmäßig die Anlagen von Pharmakonzernen, die Wirkstoffe in die USA liefern. Kommt die US-Behörde zu dem Schluss, dass in den USA geltende Qualitätsvorschriften verletzt wurden, werden die Firmen aufgefordert, das zu beseitigen. Die FDA kann im Extremfall die Einfuhr von Produkten aus dem Werk in die USA verbieten.

Die größten Pharmahändler in Deutschland

Platz 6 – Diverse

Knapp neun Prozent des deutschen Marktes verteilen sich auf diverse Händler.

Platz 3 – Sanacorp

Der Sanacorp Pharmahandel hat ihren Sitz in Planegg. Das Unternehmen ging aus zwei genossenschaftlich organisierten Pharmagroßhandlungen hervor. Sanacorp kommt auf einen Marktanteil in Deutschland von rund 16 Prozent.

Platz 3 – Alliance Healthcare

Alliance Healthcare gehört zum Unternehmen Walgreens Boots Alliance. Die Briten nahmen den Großhändler mit Sitz in Frankfurt Anfang 2013 von der Börse. Seit dem April 2013 trägt die Firma ihren neuen Namen, zuvor hieß Alliance Healthcare Andreae-Noris Zahn. Der Marktanteil beträgt ebenfalls etwa 16 Prozent.

Platz 3 – Celesio

Celesio (ehemals Gehe) gehört seit 2014 zum US-Konzern McKesson und ist in Deutschland die Nummer drei unter den Pharmagroßhändlern. Die Stuttgarter kommen hierzulande auf einen Marktanteil von etwa 16 Prozent.

Platz 2 – Noweda

Noweda mit Sitz in Essen ist eine Genossenschaft. Das Unternehmen gehört mehr als 8000 Apothekern. Noweda bringt es auf einen Marktanteil rund 17 Prozent.

Platz 1 – Phoenix

Phoenix ist der größte Pharmahändler in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Mannheim gehört zur Merckle-Gruppe. Der Marktanteil beträgt rund 27 Prozent.

Stand: September 2016, Quelle: Handelsblatt-Recherche

Nun können Boehringer und der US-Pharmakonzern Eli Lilly auch den US-Zulassungsantrag für ihr neues Diabetes-Mittel Empagliflozin wieder weiterverfolgen. „Damit haben wir jetzt die Möglichkeit, die Zulassung bei der FDA zu erneuern“, sagte ein Boehringer-Sprecher. Die FDA hatten den beiden Unternehmen im Mai mitgeteilt, dass ihr Diabetes-Präparat vorerst nicht zugelassen werde. Erst müssten sie die Mängel im Boehringer-Stammwerk Ingelheim beseitigen, wo Empagliflozin produziert werden soll.

Boehringer und Eli Lilly waren 2011 eine großangelegte Allianz in der Diabetes-Medizin eingegangen. Zusammen wollen sie mehrere neue Wirkstoffe zur Behandlung der Zuckerkrankheit entwickeln und auf den Markt bringen. Empagliflozin zur Behandlung von Typ-II-Diabetes ist Teil dieser Allianz.

Von

rtr

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