Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.08.2012

18:48 Uhr

Keine neuen Staatshilfen

P+S-Werften vor der Insolvenz

Einer der größten Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommerns steht vor der Pleite. Die P+S-Werften bekommen keine Erhöhung ihres Darlehens von Land und Bund. Am Mittwoch soll Insolvenzantrag gestellt werden.

Die P+S-Werften stehen vor der Insolvenz. dpa

Die P+S-Werften stehen vor der Insolvenz.

SchwerinDie angeschlagenen P+S-Werften in Stralsund und Wolgast bekommen keine staatlichen Hilfen mehr und stehen vor der Insolvenz. Wie Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Montag nach einem Krisengespräch in Schwerin mitteilte, reichte der vereinbarte Kreditrahmen nicht, um bestehende Aufträge fertigzustellen und die Werften vor der Zahlungsunfähigkeit zu retten. Die P+S-Werften gehören zu den zehn größten Arbeitgebern in Mecklenburg-Vorpommern.

Eine Erhöhung der von Land und Bund verbürgten Darlehen über 152 Millionen Euro hinaus sei rechtlich nicht möglich gewesen, die Insolvenz somit nicht zu vermeiden. „Das ist ein sehr schmerzhaftes Ergebnis für alle Werftarbeiter, ihre Familien, die Zulieferer und auch für uns“, sagte Sellering. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sprach von einem „schwarzen Tag“.

Der erst vor wenigen Tagen eingesetzte Werften-Geschäftsführer Rüdiger Fuchs kündigte an, nach der Unterrichtung der Belegschaft spätestens am Mittwoch einen Insolvenzantrag zu stellen. Er hatte die Regierung bereits am Donnerstag über die dramatische Lage der Schiffbaubetriebe unterrichtet und am Montag ein neues Sanierungskonzept vorgelegt.

Dieses sah vor, die Peenewerft in Wolgast innerhalb von zwölf Monaten an einen Investor zu verkaufen. Dieser Unternehmensteil verfüge „im Kern über ein tragfähiges Geschäftsmodell“ als Reparatur- und Umbauwerft für Militär- und Behördenschiffe. Die Volkswerft in Stralsund sollte langfristig als Hersteller von Spezialschiffen profiliert und die bereits begonnen Schiffsneubauten fertiggestellt werden. „Die gesamte Wegstrecke ist aber nicht im Rahmen der 152 Millionen Euro zu bewältigen“, machte Fuchs deutlich. Rund 70 Millionen Euro waren bereits ausgereicht worden.

In der Vorwoche hatte Fuchs erhebliche Lieferverzögerungen für Schiffsneubauten einräumen müssen. Sie betreffen die beiden im Bau befindlichen Scandlines-Fähren und auch zwei Spezialfrachter für die dänische Reederei DFDS A/S. Seit April 2011 hat die Werft laut Fuchs kein Schiff mehr ausgeliefert, was die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens erheblich beeinträchtigt.

Schon seit der Finanzkrise 2009 stecken die Schiffbaubetriebe trotz guter Auftragslage in Liquiditätsnöten. Nach Einschätzung von Fuchs sind die Probleme aber auch hausgemacht: „Man hat sich hier auf dem Weg vom Serienschiffbauer hin zum Spezialschiffbauer zu viel vorgenommen. Man hat zu viele Neuentwicklungen in zu kurzer Zeit angenommen“, resümierte Fuchs.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RoadRunner

20.08.2012, 19:35 Uhr

wir muessen die PFIGS mit hunderten von milliarden Euro unterstuetzen. Da ist fuer den Deutschen nichts mehr drin!

puenktli

20.08.2012, 22:49 Uhr

Tja, Wowis Prestigeflughafen (und natürlich auch anderer Politinixes) darf gerettet werden. Da gehts ja auch um Image und nicht langweilige Arbeit. Das muss man doch wohl retten, oder? Griechenland auch. Spanien auch. Italien auch. Diverse Banken auch. Vermutlich könnte man mit Copy Paste alle oben aufgeführten Versäuminsse auch anderswo aufführen. Aber solange die deutschen Bürger das schlucken, sollen sie halt im Hamsterrad weiterrennen und sich schuldgeplagt in den Hintern beissen lassen. Selber doof.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×