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02.02.2005

08:15 Uhr

"Keine öffentlichen Finanzhilfen und Bürgschaften"

Stiegler gibt Firmenchef Walter die Schuld

Der bayerische SPD-Chef und Fraktionsvize im Bundestag, Ludwig Stiegler, hat dem Chef und Gründer von Walter Bau, Ignaz Walter, die Schuld an der Insolvenz des Baukonzerns gegeben.

Ludwig Stiegler, SPD-Fraktionsvize im Bundestag. Foto: dpa

Ludwig Stiegler, SPD-Fraktionsvize im Bundestag. Foto: dpa

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Walter habe die Sanierung viel zu spät und viel zu zögerlich begonnen, sagte Stiegler dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Schuld sei aber auch die Unternehmensberatung Roland Berger, die Walter Bau falsch beraten habe, sagte er. Stiegler lehnte öffentliche Finanzhilfen und Bürgschaften zur Rettung der Arbeitsplätze bei dem Baukonzern ab.

Nach dem Insolvenzantrag drohen nach Einschätzung der Gewerkschaft IG Bau Folgeinsolvenzen bei operativen Tochtergesellschaften. Auch andere Töchter benötigten kurzfristige Hilfe von den Banken, hieß es am Dienstag seitens der IG Bau. Für die Gewerkschaft tragen die Banken wesentliche Verantwortung für die Pleite des Bauunternehmens Walter Bau. „Die Hauptschuld tragen mit Sicherheit die Banken“, sagte das Bundesvorstandsmitglied Karl Heinz Strobl am Dienstag vor Journalisten in Frankfurt. „Die Banken hatten es in der Hand, die hätten es retten können.“

„Es wäre natürlich eine Illusion zu sagen, dass nur die Muttergesellschaft betroffen sein wird“, sagte Strobl weiter am Dienstag in Frankfurt. Die Banken müssten umgehend sicher stellen, dass die Töchter finanziell abgesichert würden, forderte er. Der Weiterbetrieb sei bisher nur im Bereich Verkehrswegebau mit 1 800 Beschäftigten gesichert. „Es gibt aber auch noch andere Töchter, wo die Banken kurzfristig helfen müssen. Ansonsten kommt es zu einer Vielzahl von Folgekonkursen“, sagte Strobl, der auch dem Aufsichtsrat von Walter Bau angehört.

Die Gewerkschaft werde das Insolvenzverfahren konstruktiv begleiten, sagte Strobl. Es werde sicher auch über die Gründung einer Auffanggesellschaft beraten. Am Donnerstag treffe sich der Gesamtbetriebsrat in Augsburg, um weitere Schritte zu beraten. Weitere Zugeständnisse bei den Tarifen lehnte Strobl ab. Die Gewerkschaft habe bereits schmerzhafte Einschnitte mitgetragen, betonte er.

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