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20.09.2011

14:13 Uhr

Keine Steigerung erwartet

Lufthansa-Spitze legt Gewinnpläne zu den Akten

Die Lufthansa schockt ihre Anleger: Wegen schwacher Passagierentwicklung und unsicheren Wirtschaftsaussichten kappt Europas größte Airline ihre Prognose - fieberhaft sucht der Konzern jetzt nach einer neuen Strategie.

Ein Airbus A380 der Deutschen Fluggesellschaft Lufthansa wird in einem Hangar auf dem Flughafen in Frankfurt gewaschen. dpa

Ein Airbus A380 der Deutschen Fluggesellschaft Lufthansa wird in einem Hangar auf dem Flughafen in Frankfurt gewaschen.

FrankfurtKeine zwei Stunden nach der IATA-Prognose annulliert die Deutsche Lufthanse ihre Jahresprognose. Schuld seien die schwache Passagierentwicklung im August und die unsicheren Wirtschaftsaussichten. Das Ziel, den operativen Gewinn von 876 Millionen Euro aus dem Vorjahr zu übertreffen, sei aus heutiger Sicht nicht mehr zu erreichen, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Dienstag in Frankfurt mit. Dennoch solle das operative Ergebnis 2011 im oberen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen.

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Auf die Nachricht reagieren die Anleger prompt: An der Börse verlieren Lufthansa-Papiere zeitweise mehr als sieben Prozent und bremsen den Höhenflug des Dax an der Börse in Frankfurt. Dabei hatten die Aktien im frühen Handel sogar ihre Kursgewinne um 2,41 Prozent ausgebaut, nachdem der Branchenverband IATA erwartet, dass die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr 6,9 Milliarden US-Dollar verdienen, deutlich mehr als die zuletzt angekündigten 4,0 Milliarden nach 16 Milliarden im Vorjahr. Das entspräche einer Marge von 1,2 Prozent. Grund dafür sei die überraschend starke Nachfrage nach Flugtickets, während die hohen Treibstoffpreise der Branche weiter zu schaffen machen.

Gestiegene Kosten

Auch die Mehrkosten, die der geplante EU-Emissionshandel hervorruft, machen der Airline zu schaffen. Schon Anfang September kündigte der Konzern an, dass er die Kosten an die Kunden weiterreichen müsse, weil man sie nicht aus eigener Kraft kompensieren könne, sagte Lufthansa-Vertriebsvorstand Jens Bischof. „Wenn der von der EU geplante Emissionshandel, den wir in dieser Form ablehnen, kommt, wird das allein bei uns zu Mehrbelastungen von bis zu 350 Millionen Euro führen. Das können wir nicht kompensieren“, so Bischof. Deutschlands größte Airline hat die Preise in diesem Jahr bereits zwei Mal angehoben.

Nur Sparen reicht nicht

Preiserhöhungen alleine reichen Bischof zufolge aber voraussichtlich nicht, um den Europa-Verkehr wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Gleichzeitig müsse gespart werden, sagte der Manager. Auch über andere Szenarien denkt die Fluggesellschaft derzeit nach - sogar über eine neue, große Billig-Tochter wird spekuliert, in der bestehende Töchter wie Germanwings oder Austrian Airlines (AUA) aufgehen könnten.

Klar ist, dass der seit Januar amtierende Lufthansa-Chef Christoph Franz weitere "rote" Jahre auf der Europastrecke nicht mehr akzeptiert. Auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffern Branchenkenner die jährlichen Verluste.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

20.09.2011, 14:43 Uhr

Schluß mit dem "Emissionshandel". Was euphemistisch fast immer (außer in meinen Texten") gemäß grünem Polit-Drehbuch als "Emissionshandel" bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit zunächst einmal ein totales Produktionsverbot. Von diesem Produktionsverbot kann man sich dadurch freikaufen, daß man (elektronisch) Ablaßzettelchen einreicht. Die Frage ist also: wo kmommen die "Zettelchen" her? Die Antwort: die schenkt einem der Staat. Oder er verkauft sie, versteigert sie, oder hat sie - wenn man sie braucht - schon alle den anderen gegeben. Das ist die Methode "Gutsherr 2011"! Jeder, der sich schon einmal mit solchen Systemen beschäftigt hat,, ahnt schlagartig, welches gigantische Korruptions-, Erpressungs- und Unterwerfungspotential darin steckt! Folgerichtig hat Brüssel den im Kyoto-Protokoll eigentlich nur befristet vorgesehenen Mechanismus gleich für alle Ewigkeit festgeschrieben, und kann jetzt im Verein mit den beteiligten Regierungen ganze Industrien vernichten, wenn die aufmucken! Merkel und Röttgen - vereint in der "DDR 2.0" - lieben dieses Modell! Und die SPD liebt es noch mehr, und von den von Büttikofer bis Trittin maoistisch beeinflußten Grünen und Honneckers Enkeln ganz abgesehen. Das ist vielleicht einer der Gründe, warum die Parteien seit einigen Jahren so auffällig zu einer politischen Kaste verwachsen sind, in der große Teile der politischen Doktrin einfach nicht kritisch diskutiert werden, sondern wie ein sakrosanktes religiöses Dogma gemeinschaftlich verehrt werden.

henrik.sapieha@hdd-team.com

20.09.2011, 14:47 Uhr

Das Handelsblatt mutiert mehr und mehr zu einem Sensationsblättchen. Wie kann man so naiv sein und ständig nur Wachstum erwarten und was ist schockierend an einem Ergebnis im oberen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich?

Account gelöscht!

20.09.2011, 14:54 Uhr

Genau!
Welche Legitimation hat die EU?
Brauchen wir sie?
Wollen wir sie?
NEIN!

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