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08.01.2007

09:44 Uhr

Keine Verkaufspläne mehr

Ford-Chef nimmt Jaguar aus der Schusslinie

Beim US-Autobauer Ford läuft's derzeit schlecht: Die Kunden in den USA verschmähen die spritschluckenden Geländewagen; und in Europa machen die Luxus-Töchter Probleme. Zumindest bei letzterem scheint Besserung in Sicht. Aus diesem Grund legt Ford die Verkaufspläne für Jaguar auf Eis. Eine andere britische Tochter dürfte es indes treffen.

HB DETROIT. „Wir sind sehr zufrieden über die Fortschritte von Jaguar sowohl auf der Seite der Produkte als auch hinsichtlich Qualität und Produktivität“, sagte Ford-Chef Alan Mulally am Sonntag am Rande der US-Autoausstellung in Detroit. Die Sanierungspläne bei Jaguar zeigten Wirkung. Der Autokonzern hat bereits Milliarden in das Unternehmen gesteckt.

Mulally hatte noch im Oktober einen Verkauf von Jaguar sowie von Land Rover und Volvo nicht ausgeschlossen. Die Marken müssten unter Beweis stellen, dass sie dauerhaft Gewinne erzielen könnten, forderte er damals. Als Indiz für mögliche Verkaufsabsichten wurde auch gewertet, dass Jaguar und Land Rover dem Bericht einer Branchenzeitung zufolge größtenteils nicht zur Absicherung eines Milliardenkredits für das Ford-Sanierungsprogramm herangezogen wurden.

Ford befindet sich mitten in einer Umstrukturierung, in deren Zuge 16 Werke in Nordamerika geschlossen und bis zu 45 000 Stellen abgebaut werden sollen. In diesem Zusammenhang hatte Ford auch den Verkauf der europäischen Luxus-Marken erwogen. Denn bis auf Volvo schreiben sie allesamt Verluste. Die Schweden haben die Palette behutsam ausgeweitet, das verstaubte Image abgeschüttelt und dennoch in den Augen der Kunden den Nimbus des besonders sicheren Fortbewegungsmittels bewahrt.

Während Jaguar, Volvo und Land Rover wahrscheinlich im Konzern bleiben werden , dürfte der Sportwagen-Bauer Aston Martin – der vierte im Bunde der Luxusmarken – schon bald einen neuen Besitzer finden: Erstens, weil Aston Martin bei Technologie, Image, Markenführung und Käuferschicht kaum etwas mit dem restlichen Ford-Konzern gemein hat. Zweitens, weil Aston Martin zurzeit Erfolge hat und ernsthafte Interessenten anklopfen. Und drittens, weil diese – branchenfremden – Interessenten richtig Geld mitbringen, Geld, das Ford dringend benötigt.

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