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29.06.2011

14:12 Uhr

Kernkraftwerk

Firmen in Tokio drohen Stromengpässe

Kunden müssen Strom sparen: Ab 1. Juli müssen Konzerne mit hohem Energiebedarf in den von Erdbeben und Tsunami betroffenen Gebieten ihren Stromverbrauch um 15 Prozent zurückfahren. Das Sparprogramm könnte jetzt noch bis in den Winter andauern.

Das Kernkraftwerk Kashiwazaki Kariwa in Japan. Quelle: ap

Das Kernkraftwerk Kashiwazaki Kariwa in Japan.

TokioUnternehmen und privaten Verbrauchern in Tokio und der Umgebung drohen möglicherweise Stromengpässe bis in die Wintermonate. Falls die Reaktoren im Kernkraftwerk Kashiwazaki Kariwa nicht wieder hoch gefahren
werden, will der Energiekonzern Tepco eventuell die Beschneidung des Energieverbrauchs verlängern. Der neue Chef des Betreibers des Katastrophen-AKW in Fukushima, Toshio Nishizawa, kündigte am Mittwoch an, die Kunden möglicherweise auch nach dem Sommer zum Strom sparen aufzufordern.

In Japan müssen Konzerne mit hohem Energiebedarf in den von Erdbeben und Tsunami betroffenen Gebieten ihren Stromverbrauch vom 1. Juli an um 15 Prozent zurückfahren. Während der heißen Sommermonate mit auf Hochtouren laufenden Klimaanlagen sollen so Stromausfälle aufgrund von Engpässen vermieden werden. Kleinere Firmen und private Verbraucher wurden zu einer freiwilligen Beschränkung im gleichen Umfang angemahnt. Japanische Konzerne hatten drohende Ausfälle bei der Stromversorgung als gravierendes Risiko für ihren Geschäftsverlauf genannt.

In Japan sind nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im März 35 von 54 Reaktoren zurzeit noch runtergefahren. Bei der ersten Hauptversammlung nach dem Desaster hatten die Aktionäre von Tepco am Dienstag zwar einen Antrag auf einen Ausstieg des Energieriesen aus der Kernenergie abgelehnt. In Japan nimmt jedoch die Akzeptanz von Atomenergie ab, weswegen sich Kommunalbehörden schwer damit tun, die Atommeiler wieder ans Netz zu nehmen. Vor dem Erdbeben deckte Japan rund 30 Prozent seines Strombedarfs durch Atomenergie.

Von

rtr

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