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04.06.2014

11:22 Uhr

KfW-Finanzierung für Alstom-Deal?

Staatsbank mischt sich offenbar in Bieterwettkampf ein

Deutschland erwägt laut Kreisen, seine Entwicklungsbank KfW für den Kauf von Alstom-Anteilen zu nutzen. Damit würde sich der deutsche Staat aktiv in den Bieterwettkampf zwischen Siemens und General Electric einmischen.

Zentrale der KfW in Frankfurt: Mischt die Bank bald in der Übernahmeschlacht um Alstom mit? dpa

Zentrale der KfW in Frankfurt: Mischt die Bank bald in der Übernahmeschlacht um Alstom mit?

BerlinDie deutsche Bundesregierung erwägt, ihre staatliche Entwicklungsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für einen Anteilskauf an Alstom zu nutzen – und zwar für den Fall, dass der Siemens-Vorschlag zur Schaffung zweier europäischer Champions in den Bereichen Schiene und Energie erfolgreich ist. Das hat Bloomberg am späten Dienstag aus informierten Kreisen erfahren.

Siemens steht im Wettbewerb mit General Electric (GE). Der US-Konzern bot für den Kauf der Energiegeschäfte von Alstom 17 Milliarden Dollar. Siemens hatte ein potenzielles Angebot für den in Paris ansässigen Großkonzern Alstom bis zum 16. Juni in Aussicht gestellt.

Den informierten Kreisen zufolge würde die KfW Alstom-Aktien erwerben, die Siemens im Rahmen einer Transaktion kaufen könnte. Voraussetzung sei, dass der französische Staat einen gleichgroßen Anteil an Alstom von Bouygues erwirbt, wie es weiter hieß.

So krempelt Kaeser Siemens um

Größter Umbau seit Jahren

Erst Ruhe und Ordnung, dann der größte Umbau seit Jahren: Ab Mai 2014 packt Siemens-Chef Joe Kaeser überraschend viel an bei Deutschlands größtem Elektrokonzern. Von der Auflösung der Sektoren bis zum weiteren Vorstandsumbau - das Großreinemachen bei Siemens hat begonnen. Und ganz nebenbei traute sich Kaeser noch eine milliardenschwere Übernahme des französischen Industrierivalen Alstom zu und wagte sich dafür in ein Bietergefecht mit dem US-Rivalen General Electric (GE).

Was soll sich bei Siemens verändern?

Die von Kaesers Vorgänger Peter Löscher eingeführte Einteilung in die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur & Städte sollte ab Oktober 2014 Geschichte sein, das Geschäft in neun statt bisher 16 Divisionen zusammengefasst werden. Für die Hörgeräte-Sparte, für die vor Jahren ein Verkauf platzte, plant Siemens einen Börsengang. Die restliche Medizintechnik bleibt zwar im Konzern - sollte aber ab Oktober eigenständig außerhalb der neun Divisionen geführt werden und damit unabhängig vom Organisationsaufbau des restlichen Konzerns. Hinzu kommt der Zukauf des Gasturbinen- und Kompressorengeschäfts vom Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce.

Wen treffen die Veränderungen?

Siemens hatte per Sparprogramm 15.000 Stellen gestrichen. Betroffen vom weiteren Umbau sollten vor allem Arbeitsplätze in der Verwaltung sein. Im Zuge des Umbaus gab aber auch der bisher für den Energiesektor zuständige Vorstand Michael Süß seinen Posten an die Shell-Managerin Lisa Davis ab. Süß war 2013 zeitweise sogar als möglicher Nachfolger Löschers gehandelt worden, der nach zwei Gewinnwarnungen in kurzer Folge Ende Juli 2013 Jahres seinen Hut nehmen musste.

Was will Kaeser mit dem Umbau erreichen?

Weniger Bürokratie, schlankere und übersichtlichere Strukturen, eine straffere Führung und mehr Kundennähe dürften zu Kaesers wichtigsten Zielen gehören. Ausdrücklich will er den Konzern auf die Wachstumsfelder Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung ausrichten. Siemens braucht wieder Anschluss an Wettbewerber wie den US-Mischkonzern GE, dem die Münchner seit Jahren in Sachen Rendite hinterherhecheln. Auch in der Akquisitionspolitik will Kaeser nach Rückschlägen seines Vorgängers Löscher zeigen, dass er es besser kann. Vielversprechende Geschäftsfelder stärken und weniger Zukunftsträchtiges abstoßen, heißt dabei seine Devise. Und ganz nebenbei bringt der Umbau weitere Einsparungen: Bis zum Herbst 2016 sollen die Kosten um eine Milliarde Euro sinken.

Welche Rolle spielte der Poker um Alstom?

Beide Baustellen haben zunächst wenig miteinander zu tun. Die Pläne für den Umbau, den Kaeser dem Aufsichtsrat vorlegte, reiften spätestens seit dem Wechsel des früheren Finanzvorstands an die Spitze von Siemens. Wären die Münchner bei den Franzosen zum Zuge gekommen, hätte Kaeser wohl ein weiteres Mal größere Umbauarbeiten beginnen müssen.

Die Staatsbank gab auf Anfrage von Handelsblatt Online keine Stellungnahme ab: „Wir kommentieren keine Marktgerüchte“, hieß. Aus Berliner Regierungskreisen verlautete: „Von derartigen Überlegungen ist nichts bekannt.“

Die Statuten von KfW erlauben es der Bank, Beteiligungen an Unternehmen aufzubauen, solange dies im Interesse der deutschen und europäischen Wirtschaft ist. Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg hatte gesagt, er bevorzuge die Siemens-Offerte. Zwischenzeitlich gestand er aber ein, dass GE das Angebot nachgebessert habe.

Kommentare (6)

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03.06.2014, 20:11 Uhr

oh ja, und das ganze politische Gezerre und Manövrieren um Großkonzerne nennt sich dann "freie Marktwirtschaft" und später, wenn mal wieder die Krise bei diesem Konzern oder generell zuschlägt, wird dann behauptet, die freie Marktwirtschaft würde nicht funktionieren - und die Zentralplaner vom Staat müßten es richten (was sie erst einmal angerichtet haben). Den Sozialismus (Staatismus) in seinem Lauf... - ja, Ochs und Esel denken nicht einmal im Traum daran, ihn aufzuhalten! Im Gegenteil - sie sind begeistert.

Laßt doch GE den Laden kaufen. Eine US-französische Zusammenarbeit funktioniert erfahrungsgemäß sowieso nicht, wegen komplett kontroverser Mentalitäten und Unternehmenskulturen.

Umso besser für Siemens, wenn sich so zwei Konkurrenten gegenseitig ausschalten.

Account gelöscht!

03.06.2014, 20:13 Uhr

Schäuble hat kein Geld für Blödsinn, im nächsten Haushalt fehlen 3 Mrd. Euro und die Franzosen sind Pleite. Staatliche Schuldenmacher mit großer Schnauze, sonst ist da nichts!

Kümmert euch lieber mal um eure superteuren Flops, noch nicht mal einen Flughafen in Berlin fertig bekommen, aber immer noch Fürze im Kopf.

Account gelöscht!

03.06.2014, 20:13 Uhr

Nachtrag: oh, es paßt ja hervorragend, daß sich hier die "dümmste Bank Deutschland" (Bild-Schlagzeile, so oder so ähnlich, im Zusammenhang mit der Lehman-Überweisung 2008) einschaltet. Dann muß es ja klappen.

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