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26.01.2017

10:00 Uhr

Kia

Autobauer kündigt Notfallplan gegen Trump an

Trump will Autobauer dazu zwingen, Autos für den US-Markt nicht mehr in Mexiko zu bauen. Ansonsten müssten diese eine hohe Grenzsteuer zahlen. Der südkoreanische Hersteller Kia will sich dagegen wappnen.

Der Autohersteller kündigte Milliardeninvestitionen an in den USA an, um Trumps geplanten Strafzoll zu entgehen. Reuters, Sascha Rheker

Kia Motors

Der Autohersteller kündigte Milliardeninvestitionen an in den USA an, um Trumps geplanten Strafzoll zu entgehen.

SeoulDer südkoreanische Autohersteller Kia wappnet sich gegen die protektionistische Ausrichtung der USA unter deren Präsidenten Donald Trump. Die neue US-Regierung sorge für viel Verunsicherung, sagte Kia-Finanzchef Han Chun Soo am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Der Konzern verfolge den politischen Kurs der USA genau. Gleichzeitig entwerfe das Unternehmen einen Notfallplan, mit dem es Schritt für Schritt auf unterschiedliche Szenarien reagieren könne. Details nannte der Manager nicht.

Trump hat seinen Wählern versprochen, für mehr Arbeitsplätze in der Industrie zu sorgen. Dazu will er unter anderem Autobauer zwingen, keine Fahrzeuge mehr in Mexiko zu bauen, die für den US-Markt bestimmt sind. Deutschen Herstellern und Toyota aus Japan droht er mit einer „hohen Grenzsteuer“. Die Branche ist in Alarmbereitschaft. Zu südkoreanischen Autokonzernen hat Trump sich noch nicht explizit geäußert.

Kia produziert seit 2016 in einer neuen Fabrik im mexikanischen Nuevo Leon. Der Schwesterkonzern Hyundai will dort 2017 mit dem Bau von Autos beginnen. Er kündigte am Mittwoch aber nach Trumps Strafzoll-Drohungen auch Milliardeninvestitionen in den USA an.

Deutsche Autobauer in Mexiko und den USA

BMW in Mexiko

Der Münchner Oberklasse-Autobauer begann Mitte 2016 mit dem Bau seines ersten großen mexikanischen Werkes in San Luis Potosi. Ab 2019 soll dort der absatzstarke 3er für den Weltmarkt gebaut werden. Die jährliche Produktionskapazität des Werkes liegt bei 150.000 Stück. Es sollen mindestens 1500 neue Arbeitsplätze entstehen.

BMW in den USA

In seinem weltweit größten Werk Spartanburg, gemessen an der Produktionskapazität, baut BMW Geländewagen. Im vergangenen Jahr liefen rund 411.000 X-Modelle vom Band, 70 Prozent davon wurden aus den USA exportiert. An dem seit 1994 bestehenden Standort arbeiten mehr als 8000 Beschäftigte.

Volkswagen in Mexiko

VW betreibt in Puebla seit mehr als 50 Jahren eines seiner größten Werke mit zuletzt annähernd 15.000 Beschäftigten. Der Großteil der dort vom Band laufenden Autos wie der Jetta oder der Käfer-Nachfolger Beetle wird in die USA geliefert. Nun kommt der SUV Tiguan hinzu, der als verlängerte Version unter dem Namen Allspace auf den US-Markt gebracht werden soll.

Volkswagen in den USA

VW hat sein 2011 eröffnetes Werk in Chattanooga/Tennessee zuletzt 2015 vergrößert. Die Fabrik mit ihren rund 3200 Beschäftigten hat eine Produktionskapazität von etwa 150.000 Stück. Neben dem Passat soll dort in diesem Jahr der neue SUV für den US-Markt namens Atlas vom Band rollen.

Audi in Mexiko

Die VW-Premiumtochter hat im Herbst 2016 ihr Werk in San Jose Chiapa eröffnet und fährt derzeit die Produktion hoch. Bis zu 150.000 Fahrzeuge können in dem Werk gebaut werden. Audi fertigt dort den Geländewagen Q5 - für mehr als 100 Märkte weltweit. Im Audi-Werk sollen insgesamt 4200 Arbeitsplätze entstehen.

Audi in den USA

In den USA hat die Marke mit den vier Ringen ebenso wie die Konzernschwester Porsche keine Fertigung.

Daimler in Mexiko

Daimler zieht gerade zusammen mit seinem französisch-japanischen Partner Renault /Nissan ein Pkw-Werk in Aguascalientes hoch, in dem Kompaktmodelle vom Band rollen sollen. Die Produktion von Fahrzeugen der Nissan-Nobelmarke Infiniti soll im November 2017 anlaufen, Mercedes-Benz will im Frühjahr 2018 mit Kompaktwagen wie der neuen A-Klasse oder dem Mini-SUV GLA starten. Die in der Nähe eines bereits bestehenden Nissan-Werks gelegene Fabrik soll eine Jahreskapazität von 230.000 Fahrzeugen haben und im Jahr 2020 rund 3600 Mitarbeiter beschäftigen.

Daimler in den USA

Mercedes-Benz baut am Standort Tuscaloosa/Alabama Geländewagen und die C-Klasse für den nordamerikanischen Markt. Die seit 1995 bestehende Fabrik hat mehr als 3500 Beschäftigte und eine Produktionskapazität von rund 300.000 Fahrzeugen im Jahr. Einschließlich Nutzfahrzeugproduktion und Forschung hat Daimler rund 22.000 Beschäftigte in den USA.

Kia und Hyundai bilden zusammen nach Absatzzahlen den fünftgrößten Autokonzern weltweit. Kia will dieses Jahr seine Produktion in Mexiko verdoppeln und die Verkäufe in den USA um acht Prozent auf 699.000 Fahrzeuge steigern.

Von

rtr

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