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27.02.2013

17:50 Uhr

Kia-Chefdesigner Peter Schreyer

„Ich entwerfe Autos für die ganze Welt“

VonLukas Bay, Tobias Döring

Peter Schreyer ist Chefdesigner bei Kia und wurde jetzt sogar ins Präsidium berufen. VW-Patriarch Piëch ärgert sich, ihn verloren zu haben. Schreyer über Formensprache, das Weltauto und warum er in Korea Golf spielt.

Peter Schreyer mit „Double“ auf der Automesse in Detroit: „Wichtig, dass man dem Design den Stellenwert gibt, den es verdient“. AP

Peter Schreyer mit „Double“ auf der Automesse in Detroit: „Wichtig, dass man dem Design den Stellenwert gibt, den es verdient“.

Handelsblatt Online: Herr Schreyer, Hyundai-Kia hat Sie nach gut sechs Jahren im Unternehmen zu einem der Firmenpräsidenten ernannt. Sie sind damit der erste nicht-koreanisch Präsident eines koreanischen Unternehmens. Eine besondere Ehre für Sie?

Peter Schreyer: Auf jeden Fall! Wobei sich meine Aufgaben dadurch grundsätzlich nicht geändert haben. Ich bin immer noch Designer. Der Titel und die höhere Position in der Hierarchie zeigen aber, welchen hohen Stellenwert man dem Design im Unternehmen zumisst.

Welche neuen Impulse können Sie als Designer diesem Führungsgremium geben?

Ich habe keine Gremium-Aufgaben bekommen oder bin in ein Gremium befördert worden. Ich verantworte jetzt aber auch das Design von Hyundai. Das sehe ich als meine Hauptaufgabe. Ich finde wichtig, dass man dem Design den Stellenwert gibt, den es verdient.

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Der Golf bekommt mal wieder Konkurrenz. Kia greift mit dem Cee’d an und der Koreaner weiß nicht nur mit seinem Äußeren zu glänzen. Punkten will er auch mit einer deutschen Tugend – Zuverlässigkeit.

Und wie gut ist Ihr koreanisch?

Ich habe versucht es zu lernen. Leider Gottes hat es nicht ganz geklappt, ich tue mich sehr schwer damit, obwohl ich bei Sprachen nicht ganz untalentiert bin. Die Schrift und die ganze Sprachlogik ist eine andere, es ist nicht leicht. Es wäre schön, wenn ich die Sprache ein bisschen beherrschen würde.

Die Sprache ist eine Sache. Wie sehr unterscheidet sich die Denkweise innerhalb eines koreanischen Unternehmens von der in einem europäischen Unternehmen?

Die koreanischen Unternehmen sind mehr in Richtung Markt und Kunden orientiert, die europäischen und deutschen Firmen sind sehr technikgetrieben. Innerhalb des Unternehmens sind die Hierarchien stärker, als wir es gewohnt sind, also nicht so flach wie hierzulande.

So lief die Karriere von Peter Schreyer

Anfänge

Peter Schreyer wird 1953 in Bad Reichenhall geboren. An der Fachhochschule München studiert Schreyer Industriedesign. Während des Studiums arbeitet er als Werkstudent bei Audi in Ingolstadt. Dann zieht es ihn nach London: 1979 erhält Schreyer ein Stipendium für ein Designstudium am Royal College of Art.

Kalifornien

Schreyer arbeitet für den Volkswagen-Konzern und wird im Audi Volkswagen Advanced Design Centre im kalifornischen Simi Valley tätig. Dort entwirft der Bayer 1991 zusammen mit Erwin Himmel den Audi Quattro Spyder und die Innenausrichtung des Audi 100 C4. Auch für den New Beetle und den VW Golf IV zeichnet sich Schreyer verantwortlich.

Audi

Für Schreyer geht es wieder eine Stufe höher hinaus: 1994 wird er Leiter von Audi Design. Unter seiner Leitung entstehen der Audi TT (1994) und den Audi A2 (1999). Für den A2 erhält er später den Designpreis der Bundesrepublik.

VW

Im Jahr 2002 wechselt Peter Schreyer von Audi Design zu Volkswagen Design. Bis Ende 2006 ist er dort als Chefdesigner für den gesamten Konzern zuständig.

Kia

Zum 1. September 2006 wagt Schreyer den spektakulären Wechsel und geht zu Kia. Er wird Leiter der regionalen Designzentren in Frankfurt, Tokio und Irvine (Kalifornien) und dem Zentrum in Namyang (Südkorea). Schreyer gibt der Marke eine neue Linie, 2007 wird mit dem Kia Kee die erste Fahrzeugstudie Schreyers vorgestellt. Später folgen der Kia Soul und andere.

Und was muss man tun, um in diesen Hierarchien aufzusteigen?

Das ist doch überall das gleiche: Man muss einen guten Job machen! Da unterscheidet sich Korea nicht von Deutschland.

In Korea ist Golfspielen unter Managern groß in Mode. Müssen Sie den Schläger schwingen, um Geschäftskontakte zu pflegen?

Golf spielt sicherlich eine wichtige Rolle. Die Koreaner sind sehr Golf-verrückt. Ich bin aber nicht besonders gut. Ich habe in Korea zwar schon zwei-, dreimal Golf gespielt, aber nur, weil ich es gerne mache.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

27.02.2013, 19:30 Uhr

Ich lese Formen, Formen, Formen...Doch ich lese etwas später etwas vom Weltauto. Das kommt dem heutigen Markt leider wesentlich näher. Ich nenne es Einheitsbrei. Ausnahmen gibt es z.B. Daimlers neue A Klasse. Ich frage mich wo sind die Pinifarinas von heute. Walther de Silva der hätte Potenzial wenn man ihn von der Leine ließe.

Sarina

27.02.2013, 19:47 Uhr

Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem großen Erfolg in Korea. Ihre Autos können sich überall gut sehen lassen. Nur einen Wunsche hätte ich an Sie, Herr Schreyer: Bauen Sie uns doch bitte ein Cabriolet auf Ceed-Basis oder i30-Basis. Dann käme zu dem guten Design und der hervorragenden Qualität auch noch die Option, offen zu fahren.

IKU

27.02.2013, 20:32 Uhr

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