Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.10.2011

02:05 Uhr

Kinder Morgan schluckt El Paso

Mega-Hochzeit in der US-Energiebranche

Die USA haben einen neuen Pipelineprimus. Der texanische Energiekonzern Kinder Morgan will für einen Milliardenbetrag den größten unabhängigen Gasproduzenten El Paso schlucken. Der Deal verändert die US-Energielandschaft.

Pipeline von Kinder Morgan. Kinder Morgan

Pipeline von Kinder Morgan.

Houston/New York In der US-Energiebranche kommt es zu einer Megafusion. Der Pipeline-Konzern Kinder Morgan erwirbt für 38 Milliarden Dollar einschließlich der Übernahme von Schulden den heimischen Erdgasanbieter El Paso. Diese Übernahme verteilt die Rollen auf dem US-Energiemarkt neu. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2012 abgeschlossen sein, wie beide Unternehmen am Sonntag mitteilten.
„Die Gaspipeline-Netze der beiden Unternehmen ergänzen sich hervorragend“, sagte Kinder-Morgan-Chef Richard Kinder bei der überraschenden Ankündigung des Zukaufs am Sonntag. Es gibt nach seinen Worten kaum Überschneidungen. Durch den Zusammenschluss wollen die Konzerne jährlich 350 Millionen Dollar an Kosten einsparen. Morgan produziert als Energieunternehmen Strom und liefert zudem Erdgas und Erdöl. Hierzu betreibt es Pipelines in den Vereinigten Staaten.

Laut „Wall Street Journal“ würde Kinder Morgan mit diesem Deal zum größten Erdgastransportunternehmen in den USA mit insgesamt 80.000 Meilen (rund 129.000 Kilometer) an Pipelines aufsteigen. Die Firma gab ebenfalls am Sonntag bekannt, dass sie Produktionssparte von El Paso abstossen will.

Die Übernahme soll bis zum zweiten Quartal 2012 über die Bühne gehen. Der Verwaltungsrat von El Paso hat dem Deal bereits zugestimmt, doch es müssen auch die Aktionäre und die Wettbewerbshüter mitspielen.

Im Februar diesen Jahres hatte Kinder Morgan einen fulminanten Start an der Börse: Es war der größte Börsengang seit 1998. Der Kurs begann mit einem Kurs von 31,55 Dollar an der New York Stock Exchange.

Die Aktien waren zu 30 Dollar bei Anlegern platziert worden. Damit spielte die von Private-Equity-Fonds beherrschte Firma 2,86 Milliarden Dollar ein. Das ist die höchste Summe seit der Platzierung der Papiere des Ölkonzerns Conoco im Jahre 1998, der damals 4.4 Milliarden Dollar einnahem.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×