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17.03.2016

16:01 Uhr

Kion

Gabelstapler-Hersteller erfreut chinesischen Großaktionär

Kion mit seinen Marken Linde und Still erwartet ein schwächeres Wachstum. Der Gabelstapler-Hersteller hatte zuletzt Bestmarken erzielt. Davon profitiert vor allem der Anteilseigner aus China.

Die Nachfrage in Russland und Brasilien bleibt schwach. dpa

Still-Gabelstapler

Die Nachfrage in Russland und Brasilien bleibt schwach.

WiesbadenDer Gabelstapler-Hersteller Kion will bis zum Jahr 2020 zum Weltmarktführer Toyota Industries aufschließen. Er halte an diesem Plan fest, sagte Konzernchef Gordon Riske am Donnerstag. Das Ziel solle durch organisches Wachstum und Zukäufe erreicht werden. „Wir haben eine Liste von Unternehmen, die wir uns ansehen“, führte der Amerikaner aus. Konkret stehe aber keine Übernahme an.

Nachdem Kion 2015 vor allem dank guter Geschäfte in Westeuropa die Umsatzmarke von fünf Milliarden Euro geknackt hat, setzt das Wiesbadener Unternehmen auch 2016 auf diese Region. Der Markt in China bleibe dagegen schwierig, doch hier hofft der Jungheinrich-Rivale nicht zuletzt auf einen weiter wachsenden Bedarf an Elektro-Gabelstaplern.

Kion verfolge weiter die Strategie, Übernahmeziele nach Regionen und interessanten Technologien auszuwählen, sagte Riske. Im Februar hatte der MDax -Konzern mit Marken wie Linde und Still einen US-Logistikdienstleister übernommen. Vergangenes Jahr kauft er einen belgischen Spezialisten für Logistik-Automatisierung.

Der Weg zur Weltmarktspitze ist für Kion jedoch steiniger geworden. Im Sommer hatte der Mischkonzern Mitsubishi Heavy Industries aus Japan den heimischen Rivalen Uni Carriers geschluckt. Laut Insidern hatte auch Kion Interesse an Uni Carriers, eine Übernahme hätte die Hessen mit einem Schlag auf Augenhöhe mit Primus Toyota Industries katapultiert. Am Donnerstag sagte Riske, Kion wolle weiter die Lücke bis 2020 schließen.

Der Gabelstapler-Weltmarkt

Platz 1

Toyota Industries, Japan, 5,682 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2013/2014)

Platz 2

Kion Group, Deutschland, 4,495 Mrd. Euro (2013)

Platz 3

Jungheinrich, Deutschland, 2,290 Mrd. Euro (2013)

Platz 4

Hyster-Yale, USA 1,934 Mrd. Euro (2013)

Platz 5

Crown Equipment, USA 1,741 Mrd. Euro (2013/2014)

Platz 6

Cargotec, Finnland 1,550 Mrd. Euro (2013)

Platz 7

Mitsubishi Nichiyu, Japan, 1,484 Mrd. Euro (2013/2014)

Platz 8

UniCarriers, JaPAN, 1,230 Mrd. Euro (2013/2014)

Platz 9

Manitou, Frankreich 934 Millionen Euro (2013)

Platz 10

Anhui Heli, China 790 Mio Euro (2013)

Der Konzern sei gut ins neue Jahr gestartet, erklärte Finanzvorstand Thomas Toepfer. „Die Dynamik des vergangenen Jahres hat zu Beginn 2016 angehalten.“ Für das laufende Geschäftsjahr peilt Kion einen Umsatz von 5,20 bis 5,35 Milliarden Euro und einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebit) von 510 bis 535 Millionen Euro an. Das wäre ein Zuwachs der Erlöse von bis zu 4,9 Prozent, nachdem 2015 mit 5,1 Milliarden Euro neun Prozent mehr umgesetzt wurden. Das Ebit stieg 2015 um ebenfalls neun Prozent auf 482,9 Millionen Euro, für 2016 stellt Kion ein Plus von bis zu knapp elf Prozent in Aussicht.

Nach dem guten Abschneiden 2015 sollen die Aktionäre eine um 40 Prozent höhere Dividende von 77 Cent je Anteilsschein erhalten. Hauptprofiteur ist der chinesische Großaktionär Weichai, der rund 38 Prozent der Anteile am Wiesbadener Konzern hält.

In China setzt Riske darauf, dass mit Elektromotoren angetriebene Stapler wegen strengerer Abgasnormen gefragter werden. Auch der Boom des Online-Handels fördere den Bedarf an Elektro-Lösungen für immer mehr Lager und Verteilzentren.

Von

dpa

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