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22.01.2007

15:07 Uhr

Klage gegen Potenzmittel Viagra

Spartenverkauf füllt Pharmariesen Pfizer die Kassen

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem deutlichen Gewinnanstieg abgeschlossen. Doch das hat Pfizer im Wesentlichen einem Einmalposten zu verdanken. Außerdem handelt sich Pfizer mal wieder eine Klage wegen der Potenzpille Viagra ein.

HB NEW YORK. Sondereinnahmen aus dem milliardenschweren Verkauf des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten an Johnson & Johnson ließen bei dem US-Pharmariesen im vierten Quartal 2006 die Kassen klingeln.

Der Gewinn sei im Schlussquartal auf 9,45 Mrd. Dollar von 2,73 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum geklettert, teilte Pfizer am Montag mit. Der Gewinn je Aktie fiel mit 1,32 Dollar mehr als drei Mal so hoch aus wie im Vorjahresquartal. Bereinigt um den Verkaufserlös und andere Einmaleffekte ging der Gewinn je Aktie jedoch um zwölf Prozent auf 43 Cent zurück. Damit konnte Pfizer jedoch die Erwartungen von Analysten, die bei 42 Cent lagen, noch um einen Tick übertreffen. Der Umsatz lag mit 12,6 Mrd. Dollar knapp über dem Vorjahresniveau von 12,54 Mrd. Dollar. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 12,27 Mrd. Dollar gerechnet.

Pfizer hatte seine Gesundheits-Produkte-Sparte, zu der so bekannte Marken wie Listerine-Mundwasser und Nicorette-Nikotinpflaster gehören, im vergangenen Jahr an den US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson für fast 16,6 Mrd. Dollar verkauft.

Zudem steht Pfizer steht eine Klage wegen seiner Werbung für die Potenzpille Viagra ins Haus. Die Nichtregierungsorganisation AIDS Healthcare Foundation (AHF) wirft dem Konzern vor, das Medikament zur Stärkung der Manneskraft als Lifestyle-Mittel zu bewerben. Die Pille werde als zugleich „sexy und sicher“ angepriesen. So werde die Vorstellung vermittelt, dass es Viagra selbst ohne Potenzstörungen häufig anzuwenden gelte. Damit riskiere der Konzern, dass die Nutzer Risiken wie Aids ausblendeten. Die Werbung für die Potenzpille habe so dazu beigetragen, dass die Zahl von HIV-Fällen und anderer sexuell übertragbarer Krankheiten angestiegen sei, erklärt AHF in einem Klageentwurf, der vor einem Gericht in Los Angeles eingereicht werden soll.

Pfizer hält dieser Argumentation entgegen, dass der Konzern stets für einen geeigneten Gebrauch der Potenzpille werbe. Patienten würden in jedem Fall aufgefordert, zunächst ihren Arzt bei Potenzproblemen um eine eingehende Diagnose zu bitten, sagte eine Konzernsprecherin. Viagra ist rezeptpflichtig.

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