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23.01.2007

14:20 Uhr

Klage gescheitert

Thyssen kommt an Dofasco nicht heran

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp kann sich nach einem Urteil eines niederländischen Gerichts so gut wie keine Hoffnungen mehr auf eine Übernahme des kanadischen Konkurrenten Dofasco machen. Eine Stellungnahme der Konzernspitze legt nahe, dass Thyssen-Krupp inzwischen eine Alternative zu Dofasco bevorzugt.

Stahlarbeiter bei Thyssen-Krupp in Duisburg. Foto: dpa Quelle: dpa

Stahlarbeiter bei Thyssen-Krupp in Duisburg. Foto: dpa

HB/mjh ROTTERDAM. Ein Gericht in Rotterdam wies in dem seit über einen Jahr andauernden Übernahmekampf am Dienstag nach Angaben des zuständigen Richters eine Klage des Düsseldorfer Unternehmens ab, mit dem dieser den Weg zu einer Übernahme von Dofasco ebnen wollte.

Mittal Steel hatte Thyssen-Krupp vor einem Jahr den Kauf von Dofasco für knapp vier Mrd. Euro angeboten, falls dem Konzern die Übernahme seines größten Konkurrenten Arcelor gelingt. Im Verlauf der Abwehrschlacht übertrug Arcelor jedoch 89 Prozent der Dofasco-Aktien an eine niederländische Stiftung, um den Weiterverkauf an Thyssen-Krupp zu vereiteln. Obwohl es Mittal Ende Juni vergangenen Jahres gelang, Arcelor für knapp 26 Mrd. Euro zu übernehmen, weigert sich die Stiftung bis heute, sich vorzeitig aufzulösen. Sie ist an Weisungen von Mittal und Arcelor nicht gebunden. Auch das Gericht sieht keine Handhabe für eine Auflösung der Stiftung.

Beobachter gehen davon aus, dass Mittal inzwischen kein Interesse mehr an einem Verkauf von Dofasco hat. Verglichen mit den übrigen US-Töchtern des Konzerns gilt Dofasco als Perle. Außerdem beschert der Stahlboom dem Konzern so große Überschüsse, dass er nicht mehr Unternehmensteile verkaufen muss, um die Schulden zu senken.

Der Kurs der Thyssen-Aktie brach nach Bekanntgabe der Klage-Abweisung ein. Mit einem Minus von mehr als drei Prozent war das Stahlpapier am frühen Nachmittag größter Verlierer im Dax-Index. „Ohne die etablierten Kundenbeziehungen von Dofasco muss Thyssen-Krupp nun aus eigener Kraft die Position im nordamerikanischen Markt ausbauen“, sagte Christian Obst von der Hypo-Vereinsbank in München. Als Konsequenz aus dem Urteil kündigte ein Sprecher des Konzerns nun an, Thyssen-Krupp wolle die Planungen für den Bau einen neuen Stahlwerks in Nordamerika zügig vorantreiben. Im Gespräch sind Investitionen von zwei Milliarden Euro im Süden der USA.

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