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03.04.2014

12:45 Uhr

Klammer Energieriese

RWE überlegt Verkauf der Essener Zentrale

Der Energiekonzern erwägt einen Verkauf seiner Essener Konzernzentrale. Das geht aus einem Medienbericht hervor. Die Überlegung rührt aber nicht nur von der finanziellen Situation des klammen Stromanbieters.

Zieht RWE um? Die Konzernzentrale steht derzeit zumindest „auf dem Prüfstand“. dpa

Zieht RWE um? Die Konzernzentrale steht derzeit zumindest „auf dem Prüfstand“.

EssenDer von roten Zahlen gebeutelte Versorger RWE denkt über den Verkauf der Konzernzentrale in Essen nach. „Wie alles steht auch der RWE-Turm auf dem Prüfstand“, sagte RWE-Personalvorstand Uwe Tigges der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Der erst 1997 bezogene Turm sei „aufgrund seiner runden Architektur grundsätzlich ungeeignet für eine moderne Konzernverwaltung“ und habe zu viele Freiflächen und fensterlose Räume in der Mitte, sagte Tigges.

Der vom Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven nach ökologischen Prinzipien konstruierte 127-Meter-Turm ist laut RWE das höchste Bürogebäude im Ruhrgebiet und hat sich zu einem Wahrzeichen der Region entwickelt. Tigges betonte zugleich, dass die RWE-Zentrale in Essen bleiben werde.

Welche Kraftwerke RWE abschalten will

Amer 8

Der Energieversorger RWE will in den nächsten Jahren zahlreiche Kraftwerke aus dem Markt nehmen. Darunter ist auch das Steinkohlekraftwerk Amer 8 in den Niederlanden. Die Anlage mit einer Erzeugungskapazität von 610 Megawatt soll Anfang 2016 stillgelegt werden.

Moerdijk 2

Die meisten der Anlagen, die RWE aus dem Markt nehmen will, sind Gaskraftwerke, wie etwa Moerdijk 2 in den Niederlanden. Die Anlage hat eine Erzeugungskapazität von 430 Megawatt und soll bereits Ende dieses Jahres langfristig konserviert werden.

Gersteinwerk F und Gersteinwerk G

Auch die Anlagen Gersteinwerk F und Gersteinwerk G sollen eingemottet werden. Gersteinwerk F noch in diesem Jahr und Gersteinwerk G Mitte 2014. Die Gaskraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 355 Megawatt und stehen in Deutschland.

Weisweiler H und Weisweiler G

Weisweiler H und Weisweiler G arbeiten ebenfalls mit Gas. Die deutschen Kraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 270 Megawatt und sollen bis Oktober 2013 langfristig konserviert werden.

Emsland B und Emsland C

Die deutschen Gaskraftwerke Emsland B und Emsland C haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 360 Megawatt und sollen bis Mitte 2014 zumindest in den Sommermonaten abgeschaltet werden.

RWE hatte für 2013 wegen hoher Abschreibungen auf Kraftwerke netto erstmals seit der Nachkriegszeit Verluste ausweisen müssen. Das Unternehmen will bis Ende 2016 noch rund 5400 Arbeitsplätze abbauen. Die Belegschaft soll bis dahin auf 61 000 Mitarbeiter schrumpfen.

Eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, läuft Ende 2014 aus. Tigges bekräftigte, diese Abmachung nicht verlängern zu wollen. RWE brauche Flexibilität für den großen Umbau und wolle deshalb den Kündigungsschutz nicht verlängern. „An dieser Stelle müssen wir hart bleiben“, sagte Tigges. Über die Vereinbarung laufen schon länger Verhandlungen - bislang ohne Ergebnis.

Von

dpa

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