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20.04.2017

07:44 Uhr

Klaus Kleinfeld gegen Paul Singer

Elliott veröffentlicht Kleinfelds missglückte Attacke

VonThomas Jahn

Hedgefonds-Manager Paul Singer hat die Ablösung Klaus Kleinfelds als Arconic-Chef gefordert. Ein Brief mit Verweis auf die Fußball-WM 2006 sollte versöhnen, erreichte aber das Gegenteil. Das Schriftstück ist nun online.

Mit seinem lockeren Fußball-Brief an Paul Singer erreichte er genau das Gegenteil dessen, was er damit bezweckt hatte. AFP; Files; Francois Guillot

Klaus Kleinfeld

Mit seinem lockeren Fußball-Brief an Paul Singer erreichte er genau das Gegenteil dessen, was er damit bezweckt hatte.

New YorkEs lüftet sich der Schleier über einem mysteriösen Brief, den Klaus Kleinfeld an Hedgefonds-Manager Paul Singer schrieb – und der ihn den Chefposten vom Metallkonzern Arconic kostete. In dem Schreiben machte Kleinfeld ein Gesprächsangebot und appellierte an die Fußballbegeisterung von Singer. Der interpretierte das als Drohung. Zuerst hatte die Wirtschaftswoche Online exklusiv darüber berichtet. Der Hedgefonds Elliott veröffentlichte den Brief inzwischen selbst auf einer Unternehmens-Website. Elliott stellte darüber hinaus die Replik durch Richard Zabel, Chefjustiziar des Singer-Hedgefonds, online.

Paul Singer liebt den Fußball. Wenn der 72-Jährige nicht vor dem Bloomberg-Terminal sitzt, dann hockt er gerne in einer Sportsbar in der Upper West Side und schaut sich Spiele von Arsenal London an. Der Hedgefonds-Manager ist ein Fan der englischen Mannschaft, eine Fahrt von New York zum Außenbüro in London verbindet er oft mit einem Besuch im Stadion – mit seinem Sohn Gordon, der dort das Büro von Elliott Management leitet.

Eine menschliche Seite des Milliardärs, der mit Elliott rund 33 Milliarden Dollar verwaltet und mit seinen Anlagen oft als hart und unerbittlich rüberkommt. Die argentinische Regierung beschimpfte ihn als „Geier“, eine englische Zeitung schrieb vor wenigen Tagen über seinen „Durst nach Blutbädern in den Führungsetagen“ – derzeit unterstützt Singer die aggressiv geführte Übernahme vom niederländischen Akzo Nobel durch den US-Konkurrenten PPG.

Dokument im Wortlaut: Kleinfelds vergifteter Brief an Paul Singer

Dokument im Wortlaut

Kleinfelds vergifteter Brief an Paul Singer

Ein Brief hat das Ende von Klaus Kleinfeld als Chef des Stahlkonzerns Arconic eingeleitet. Nun wurde das Dokument veröffentlicht – hier eine Übersetzung von Kleinfelds Schreiben an Elliott-Chef Paul Singer im Wortlaut.

An den Fußballfreund Singer appellierte Klaus Kleinfeld vor wenigen Tagen in einem Brief. Er sei auch von dem Sport begeistert, schrieb von dem Sommermärchen 2006, der deutschen WM, bei der Singer auch in Berlin ausgelassen mitfeierte. Wie aus dem nun veröffentlichen Brief hervorgeht, schrieb der Ex-Siemenschef von Singers „legendärem“ Verhalten während und nach Spielen, soll das Lied „Singing in the Rain“ in einem Brunnen von sich gegeben haben. Kleinfeld erwähnt abschließend, dass er den Song auch schon intoniert hätte, jedoch niemals an einem solchen Ort. Gemeint war das Schreiben eigentlich als Gesprächsangebot – Singer forderte seit Monaten die Ablösung von Kleinfeld als Chef des Metallspezialisten Arconic.

Kleinfeld erreichte mit seiner lockeren Formulierung das genaue Gegenteil. „Dieser Brief las sich wie eine Bedrohung, um einen Senior Manager von Elliott Management auf der Basis komplett falscher Andeutungen einzuschüchtern oder zu erpressen“, schrieb der Hedgefonds in einer Pressemitteilung, der „sofort“ den Verwaltungsrat von Arconic informierte.

Das Aufsichtsratsgremium von Arconic hatte sich in den Monaten zuvor einstimmig hinter Kleinfeld gestellt. Aber jetzt gab es Kritik: Der Brief sei nicht abgestimmt gewesen, zeige „schlechtes Urteilsvermögen“ – wenige Wochen vor einer entscheidenden Abstimmung auf der Hauptversammlung reicht man dem Gegner keine Hand. Kleinfeld musste gehen.

Kommentare (2)

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Frau Ingrid Hake

20.04.2017, 15:15 Uhr

Das soll Top Management sein?

Frau Edelgard Kah

21.04.2017, 15:40 Uhr

Sehr geehrter Herr Jahn,

mein Mann ist ein richtiges Ekel. Streitet sich mit mir schon seit vielen Jahren. Welche Schimpfworte der mir schon an den Kopf geworfen hat, geht auf keine Kuhhaut. Und gestern hat er mich mit dem Besenstil auf den Kopf geschlagen.

Warum weiss ich beim besten Willen nicht. Dass mein freundlicher Brief über gemeinsame Fußballerlebnisse der Grund gewesen sein könnte, glaubt nur ein Herr Thomas Jahn.

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