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26.06.2011

21:53 Uhr

Knappe Rohstoffe

K+S will den Bergbau in Deutschland fördern

Deutschlands Bodenschätze bleiben ungenutzt, befürchtet Norbert Steiner, Chef des Bergbau-Unternehmens K+S. Er will auch in Deutschland wieder Bergwerke betreiben - und rechnet mit dem Widerstand von Umweltschützern.

Norbert Steiner, Chef des Rohstoffkonzerns K+S, will den Bergbau in Deutschland wieder ausbauen. Quelle: PICTURE-ALLIANCE/ DPA

Norbert Steiner, Chef des Rohstoffkonzerns K+S, will den Bergbau in Deutschland wieder ausbauen.

BerlinDer Chef des Dax-Konzerns K+S, Norbert Steiner, fordert von der Bundesregierung mehr Unterstützung für den Bergbau in Deutschland. „Wenn der politische Wille nicht da ist, Rohstoffförderung zuzulassen, werden wir dahin kommen, dass wir auch jene Bodenschätze, die wir vor der Haustür liegen haben, importieren müssen“, sagte er im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht.

Das Unternehmen mit Sitz in Kassel, das in Deutschland mehrere Bergwerke betreibt, zählt zu den weltweit führenden Rohstoffproduzenten bei Salz und Kali und prüft derzeit die Wiederinbetriebnahme von zwei stillgelegten Minen in Thüringen und Niedersachsen. „Das ist nicht einfach“, sagte Steiner. Für ihn gehe es dabei auch um die grundsätzliche Frage, ob Bergbau hierzulande noch eine Chance habe. Er rechnet mit großem Widerstand seitens von Umweltschützern, aber auch mit hohen Auflagen durch die Behörden.

Die Bundesregierung hatte vor einem halben Jahr angekündigt, dass sie angesichts weltweit knapper Rohstoffe den Bergbau in Deutschland wieder stärker fördern will. K+S spüre davon bislang wenig, sagte Steiner. „Es muss noch viel geschehen, um der Rohstoffförderung hierzulande wieder mehr Geltung zu verschaffen. Ich wünsche mir, dass die Bundespolitik hier eine größere Schlagkraft erzeugt.“ Vor allem die Bevölkerung und Umweltschützer wehren sich gegen Bergbauprojekte in Deutschland. „Bergbau ist - wie jede industrielle Tätigkeit - ohne jeglichen Einfluss auf die Umwelt nicht möglich“, sagte Steiner. Die Belastungen für die Umwelt ließen sich jedoch mit modernen Technologien auf ein akzeptables Maß reduzieren. Am Fluss Werra, an dem das größte deutsche Werk von K+S liegt, will der Konzern 360 Millionen Euro ausgeben, um beispielsweise die Salzbelastung im Fluss erheblich zu senken.

K+S hat erst vor ein paar Monaten die kanadische Explorationsfirma Potash One übernommen und will damit seine Kali-Produktion ausbauen. Kali ist ein wichtiger Bestandteil von Düngemitteln für die Landwirtschaft. Ziel der Übernahme sei es, in den nächsten Jahren neue Kaliprojekte in Kanada in Angriff zu nehmen, ergänzte der K+S-Chef. Insgesamt will der Konzern dort 2,5 Milliarden Dollar investieren.

 

Von

rtr

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