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20.01.2015

14:49 Uhr

Knorr-Bremse-Eigentümer

Thiele will Vossloh-Mehrheit ausbauen

Nachdem er sich 2013 den Vorsitz im Aufsichtsrat sichern konnte, will Knorr-Bremse-Eigentümer Heinz Herrmann Thiele den Bahntechnikkonzern Vossloh jetzt noch mehr Anteile kaufen.

Aufsichtsratschef und Großaktionär Heinz Hermann Thiele will Vossloh kaufen. ap

Aufsichtsratschef und Großaktionär Heinz Hermann Thiele will Vossloh kaufen.

Aufsichtsratschef und Großaktionär Heinz Hermann Thiele will seine Macht bei Vossloh ausbauen. Seine Beteiligungsgesellschaft KB Holding werde den Vossloh-Aktionären ein Angebot unterbreiten, teilte er am Dienstag mit. Der Preis je Aktie liegt mit voraussichtlich 48 bis 49 Euro allerdings um mehr als zehn Prozent unter dem aktuellen Marktwert. Damit wird Vossloh mit bis zu 653 Millionen Euro bewertet.

Thiele betonte: „Mit dem Übernahmeangebot möchte ich meine Beteiligung an der Vossloh Aktiengesellschaft moderat ausbauen und absichern. Gleichzeitig will ich Vossloh als eigenständiges, börsennotiertes und unabhängiges Unternehmen mit einem nennenswerten Freefloat erhalten.“ Die KB Holding hält derzeit knapp 30 Prozent.

Bei Vossloh war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Anleger reagierten auf die Offerte verhalten. Der Aktienkurs legte am Nachmittag um 1,1 Prozent auf 54,80 Euro zu, nachdem er zuvor leicht im Minus notierte. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte zu dem Angebot: „Thiele strebt ein Quorum an, mit dem er die Hauptversammlung dominieren kann.“ Der 74-jährige Eigner erwarte bei Vossloh einen „langen und schwierigen Umbauprozess.“ Zudem sei noch ungewiss, ob der geplante Verkauf des Lokomotivgeschäfts wie gewünscht über die Bühne geht.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Der Eigner des Fahrzeugzulieferers Knorr Bremse war im Frühjahr 2011 bei Vossloh eingestiegen und hatte seine Anteile nach und nach auf knapp 30 Prozent aufgestockt. 2013 hatte Thiele nach einem Machtkampf mit der Vossloh-Gründerfamilie das Ruder als Aufsichtsratschef übernommen und fortan seine Macht in dem Kontrollgremium ausgebaut sowie den Vorstand ausgewechselt. Der Familienclan gab auf und trennte sich vom größten Teil seines 30-prozentigen Aktienpakets an dem Bahntechnikkonzern. Rund 22 Prozent der Anteile platzierte er für insgesamt knapp 200 Millionen Euro bei institutionellen Investoren. Thiele hatte bereits angekündigt, eine weitere Erhöhung seines Anteils zu erwägen.

Erklärungen über seine Ziele hatte der Aufsichtsratschef lange verweigert. Übernahmespekulationen oder einer Verschmelzung mit seinem Unternehmen Knorr Bremse erteilte er aber eine Absage. Thiele versicherte nun: „Ich unterstütze die vom Vorstand der Vossloh Aktiengesellschaft im Dezember 2014 veröffentlichte Strategie.“ Den zweistufigen und schwierigen Transformationsprozess werde er als unternehmerischer Investor begleiten. Thiele hatte Vossloh im vergangenen Jahr einen Konzernumbau verordnet. Dafür nimm das Management einen hohen Verlust in Kauf. Für 2014 hatte Vossloh einen Umsatz von 1,34 Milliarden Euro und einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 150 bis 180 Millionen Euro prognostiziert.

Von

dpa

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