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14.03.2013

09:22 Uhr

Kohlefaserspezialist

SGL Group mit heftigem Gewinneinbruch

Der Karbonspezialist SGL Group ist fast in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen, deren Produkte den Fahrzeugbau revolutionieren sollen, verdiente 2012 90 Prozent weniger als im Vorjahr.

Eingang des SGL Carbon-Werks. Der Konzern hat 90 Prozent weniger verdient als im Vorjahr. dpa

Eingang des SGL Carbon-Werks. Der Konzern hat 90 Prozent weniger verdient als im Vorjahr.

WiesbadenBeim Kohlenstoffspezialisten SGL Group haben Probleme im Geschäft mit Karbonfasern und Verbundwerkstoffen im vergangenen Jahr überraschend stark auf den Gewinn durchgeschlagen. „Das Geschäftsjahr 2012 verlief durchwachsen“, räumte Konzernchef Robert Koehler. Das erscheint angesichts der Zahlen, die SGL am Donnerstag vorlegte noch beschönigend.

Der Überschuss brach um 90 Prozent auf 7,2 Millionen Euro ein, das Betriebsergebnis sackte um knapp 40 Prozent auf 100 Millionen Euro ab. Der Umsatz legte um 11 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging 2012 um 3,9 Prozent auf 154,2 Millionen Euro zurück. Damit wurden die Analysten enttäuscht, sie hatten mit 161 Millionen Euro gerechnet. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,20 Euro erhalten.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Gewinneinbruch dürfte auch die BMW-Großaktionärin und Quandt-Erbin Susanne Klatten wenig erfreuen. Sie ist über ihre Beteiligungsgesellschaft Skion mit knapp 28 Prozent an dem Wiesbadener Unternehmen beteiligt, BMW hält einen Anteil von 16 Prozent. SGL gilt als Hoffnungsträger für den Stoff, der den Fahrzeugbau revolutionieren soll. Das leichte, aber sehr robuste Material Karbon soll Teile im Auto ersetzen, wie etwa Stoßstangen, und damit das Gesamtgewicht der Fahrzeuge stark senken. So soll Sprit gespart werden.

Für das laufende Jahr erwartet Konzernchef Koehler keine Trendwende im Karbonfasergeschäft. Beim Konzernumsatz wird insgesamt eine leichte Steigerung erwartet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll vorraussichtlich um zehn bis 15 Prozent unter dem Wert von 2012 liegen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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14.03.2013, 15:12 Uhr

Pioniere werden nicht automatisch zu Gewinnern, diese Erfahrung muss die Familie Quandt im Monet bei Winkraftanlagen (Nordex), im Solarbereich und bei der SGL machen.
Bei Nordex kann man sich fragen, warum sollte hier, aufgrund der Produktionsweise, die Sache anders laufen als, wie beim Schiffbau, der sich in Deutschland nur noch in Nischen hält.
Auf jeden Fall wünsche ich BMW, SGL und der Familie gleichermassen Glück und Erfolg erfolgreich die industrielle Fertigung der Karbonfasertechnik zu entwickeln und damit auch Fahrzeuge außerhalb von Nischen auf die Beine-- will sagen, auf die Räder zu stellen.

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