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23.07.2014

17:27 Uhr

Koki verkauft

Autozulieferer geht an chinesischen Staatskonzern

Erneut kauft ein chinesischer Konzern ein deutsches Unternehmen – diesmal den Autozulieferer Koki aus Sachsen. Dieser will mit dem neuen Eigner Avicem seinen Aufstieg fortsetzen.

Chinesische Investoren haben sich einen sächsischen Autozulieferer gesichert. AFP

Chinesische Investoren haben sich einen sächsischen Autozulieferer gesichert.

NiederwürschnitzEin chinesischer Staatskonzern übernimmt den sächsischen Automobilzulieferer Koki Technik Transmission Systems. Das Unternehmen bekomme damit einen strategischen Investor, sagte ein Sprecher am Mittwoch. „Wir haben sehr darauf hingearbeitet.“ Die „Freie Presse“ (Mittwoch) hatte zuvor darüber berichtet. Zum Kaufpreis gab es keine Angaben.

Das sächsische Unternehmen mit Sitz in Niederwürschnitz bei Stollberg produziert an fünf Standorten in Sachsen, China und Indien innere Schaltsysteme für Getriebe. „Der chinesische Investor bietet genau die Möglichkeiten, die wir brauchen, um uns weiterzuentwickeln“, so der Sprecher.

Das Unternehmen solle eigenständig bleiben. Nach den bisherigen Planungen sollen in den kommenden drei Jahren 50 Millionen Euro investiert werden. Zuletzt waren zwei Finanzinvestoren Hauptgesellschafter des Unternehmens. Es habe sich in dieser Zeit vom Teilefertiger zum Systemlieferanten entwickelt, hieß es. Im Geschäftsjahr 2012/2013 machte der Hersteller mit 785 Beschäftigten rund 115 Millionen Euro Umsatz.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Der chinesische Investor - Avic Electromechanical Systems (Avicem) - ist eine Tochtergesellschaft der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic). Die Firma beschäftigt weltweit rund 70.000 Mitarbeiter. Sie produziert elektromechanische Systeme für Luftfahrt- und Automobilindustrie. Avicem-Vorstandschef Jian Wang betonte laut Pressemitteilung, die Übernahme werde die Position von Avicem im Bereich Fahrzeugantriebstechnik stärken.

Chinesische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren vermehrt deutsche Firmen gekauft oder sich beteiligt. So hatte der Baumaschinenhersteller Sany das schwäbische Unternehmen Putzmeister übernommen, der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme, Kiekert. Der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power stieg beim Gabelstaplerhersteller Kion ein.

Von

dpa

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