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13.12.2015

20:54 Uhr

Kolumbien

Deutsche U-Boote gehen auf Drogenjagd

Für 110 Millionen Euro kauft das kolumbianische Militär zwei deutsche U-Boote, die nun in der Karibik eingetroffen sind. Einsatzzweck: Kampf gegen die Mini-U-Boote der Kokainmafia im Grenzgebiet zu Panama.

Die Deutsche Marine hatte die U-Boot-Klasse 206 bereits in den Ruhestand geschickt. dpa

U-Boote für Kolumbien

Die Deutsche Marine hatte die U-Boot-Klasse 206 bereits in den Ruhestand geschickt.

BogotáDie Panamericana von Alaska nach Feuerland ist fast komplett befahrbar, nur zwischen Panama und Kolumbien gibt es eine große Lücke. Hier existiert nur Dschungel. Mangels Landverbindung sind die Kokainschmuggler in der Region kreativ, sie weichen immer öfter auf kleine abenteuerliche U-Boote aus.

Auch mit Flugzeugen und Schnellbooten wird das weiße Pulver tonnenweise Richtung Norden gebracht. Der Wassertransport soll nun mit deutscher Hilfe eingedämmt werden. Nach wochenlanger Fahrt über den Atlantik an Bord der „BBC Sapphire“ sind zwei U-Boote der deutschen Marine, die für den neuen Bestimmungszweck mit neuer Technik ausgerüstet worden sind, in Kolumbien eingetroffen. Der Bundessicherheitsrat hatte dafür grünes Licht gegeben, im Rüstungsexportbericht wird die Maßnahme aufgeführt.

Kolumbien ist derzeit einer der größten Rüstungsgut-Empfänger in Südamerika - und gilt als verlässlicher Partner. Zumal Präsident Juan Manuel Santos das Land durch einen bis Ende März geplanten Friedensschluss mit den über 8000 Kämpfern der Farc-Guerilla stabilisieren will. Da die sich vor allem aus dem Kokainhandel finanzieren, könnte das die Produktion eindämmen, hofft man.

Die größten Rüstungskonzerne Europas

Platz 10: Saab

Der schwedische Flugzeugbau- und Rüstungskonzern Saab erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von rund 2,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 9: Rheinmetall

2,9 Milliarden US-Dollar Umsatz machte Rheinmetall 2014. Bessere Waffengeschäfte machten den deutschen Industriekonzern noch zuversichtlicher für 2015.

Platz 8: Babcock International

2014 erwirtschaftete Babcock International einen Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar. Das multinationale Rüstungsunternehmen hat seinen Firmensitz in London.

Platz 7: DCNS

Direction des Constructions Navales (DCNS) ist ein französischer, auf Kriegsmarine und Energie spezialisierter Industriekonzern. 2014 sank der Umsatz des Unternehmens von 4.601,7 Millionen US-Dollar (2013) auf 4,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 6: Safran

2014 lag der Umsatz von Safran bei 4, 1 Milliarden US-Dollar. Der Konzern ist nach Rolls-Royce zweitgrößter Hersteller von Flugmotoren und Strahltriebwerken.

Platz 5: Rolls-Royce

Rolls-Royce ist der Gigant unter den europäischen Flugzeugmotor-Herstellern. Der Umsatz betrug 5,4 Milliarden US-Dollar in 2014.

Platz 4: Thales

Die französische Thales Group ist ein internationaler Konzern auf den Märkten der Militärtechnik, Luft- und Raumfahrt. 2014 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von rund 8,5 Milliarden US-Dollar.

Platz 3: Finmeccanica

Einer der größten Industriekonzerne Italiens, Finmeccanica, erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von rund 10,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 2: Airbus

Die Geschäfte der Airbus Gruppe laufen derzeit gut. Der Umsatz 2014 ist im Vergleich zum Vorjahr (16,5 Milliarden US-Dollar) aber gesunken: 14,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 1: BAE Systems

Nachdem die Produktion des Kampfjets Eurofighter von BAE Systems reduziert wurde, fehlen die Einnahmen beim britischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern. Die Gewinnerwartungen für 2015 wurden zurückgeschraubt. Auch der Umsatz 2014 sank: 25,4 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 28 Milliarden US-Dollar) .

Der UN-Koordinator für Kolumbien, Fabrizio Hochschild, meint mit Blick auf den verstärkten Anti-Drogenkampf in Kolumbien: „Das hat Einfluss in Berlin, das hat Einfluss in München.“ Teil des Kampfes, der in Kolumbien lange halbherzig geführt wurde, sind auch die deutschen U-Boote. Präsident Juan Manuel Santos hat sie in Cartagena auf die Namen „ARC Intrépido“ (Unerschrocken) und „ARC Indomable“ (Unbeugsam) getauft.

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