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27.07.2011

10:39 Uhr

Kommentar

Daimler muss noch einen Gang zulegen

VonMartin-W. Buchenau

Daimler liefert einen Rekordgewinn, hebt das Umsatzziel an und dennoch sinkt der Aktienkurs. Doch die Börsianer spielen nicht verrückt – sie liegen richtig. Denn bei Daimler liegt einiges im Argen.

Daimler liefert Rekordergebnis

Video: Daimler liefert Rekordergebnis

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Dieter Zetsche hat derzeit einen undankbaren Job. Er hat eigentlich alles richtig gemacht, dokumentiert im zweiten Quartal durch ein Rekordergebnis. Danach hob er das Umsatzziel für das Gesamtjahr auf über 100 Milliarden Euro an. Erstmals  soll Mercedes mehr als 1,35 Millionen Autos ausliefern. Auch im Gesamtjahr soll der Gewinn „sehr deutlich“ über dem Wert des Vorjahres liegen.

Und was macht der Aktienkurs? Er bricht gleich mal um mehr als zwei Prozent ein. Wie in den Vorquartalen wird der Konzern mit dem Stern immer besser, aber die Anleger sind enttäuscht. Das liegt vor allem daran, dass sie vom Stern, der für seine Fahrzeuge immer noch die höchsten Preise in der Branche verlangt, auch die Spitzenposition bei Absatz, Umsatz und Gewinn erwarten.  

Doch die wichtigste Marke Mercedes verkauft weniger Fahrzeuge als BMW und vermutlich auch Audi.

Martin W. Buchenau ist Handelsblatt-Korrespondent in Stuttgart. Quelle: Andreas Labes

Martin W. Buchenau ist Handelsblatt-Korrespondent in Stuttgart.

Bei den Renditen liegen alle drei um die zehn Prozent, aber die Konkurrenten  liegen beim Absatz vorn. Mit Position drei unter den Herstellern von Premiumautos werden die Schwaben ihrem Anspruch „Das Beste oder nichts“ auf Dauer nicht gerecht. Was als Ansporn für die Mannschaft und Signal an die Kunden gedacht war, droht an Kraft zu verlieren, je länger Mercedes die Rücklichter von BMW und Audi sieht. An der Börse war Daimler schon gestern  vor allem ein Opfer der hohen eigenen Ansprüche.

Allerdings gibt es auch Gründe für die relative Schwäche, die im Modellzyklus liegen. Mercedes bringt seinen neuen Kompaktwagen erst gegen Jahresende. Mit vier Nachfolgern der A-klasse auf einer Plattform bläst Zetsche zum Angriff im Kleinwagensegment. 2012 wird das einen Schub bei den Stückzahlen führen. Darauf hat Zetsche immer hingewiesen und darauf bezieht sich seine Aussage:  „Wir fahren noch nicht im höchsten Gang. Wir können noch mehr.“ Was er nicht sagt : Er kann nicht nur, sondern muss auch unbedingt einen Gang hoch schalten. Den Anspruch wieder an die Spitze zu kommen, hängt am Erfolg der neuen Kleinwagen. Mercedes hat sich in dem Segment immer schwer getan, das zudem als  Domäne des inzwischen übermächtigen  Rivalen VW zählt. Auch BMW ist da mit dem neuen Einser, und damit schon der zweiten Auflage seines Einstiegsmodells, ebenfalls voraus.   Der Druck für Mercedes ist enorm. Diesmal muss der Schlag sitzen.

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