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09.11.2011

18:24 Uhr

Kommentar

Der Kauf der EADS-Anteile ist ohne Alternative

VonMarkus Fasse

Mit dem Einstieg des Staates bei EADS stehen heikle Interessenskonflikte an - schließlich ist der Bund selbst Großkunde bei dem Rüstungslieferanten. Dennoch war es die richtige Entscheidung, die Anteile zu übernehmen.

Ein Eurofighter von EADS. Reuters

Ein Eurofighter von EADS.

Nun ist es amtlich: Die Bundesregierung steigt Mitte 2012 mit 7,5 Prozent beim Airbus-Mutterkonzern EADS ein. Berlin übernimmt damit ein Aktienpaket des Autoherstellers Daimler, der zehn Jahre nach Gründung des Luft- und Raumfahrtkonzerns seinen Anteil weiter reduziert. Zuvor war der Versuch gescheitert, einen privaten deutschen Investor für die EADS-Anteile zu finden. Ausgerechnet der liberale Wirtschaftsminister Philipp Rösler muss einen ausgesprochen heiklen Staatseinstieg absegnen, der den Bund rund 1,3 Milliarden Euro kosten wird.

Markus Fasse

Der Autor

Markus Fasse ist Teamleiter Mobilität und Logistik.

Deutschland wird damit wie Frankreich und Spanien direkter Aktionär der Airbus-Mutter. Mit Produkten wie dem Eurofighter, dem Kampfhubschrauber Tiger und dem Militärtransporter A400M ist EADS aber auch der größte Rüstungslieferant der Bundeswehr. Ausgerechnet hier setzt das Verteidigungsministerium in den kommenden Jahren den Rotstift an. Der Kunde Staat wird also dem frischen Aktionär Staat in Zukunft kräftig wehtun müssen. Es stehen heikle Interessenskonflikte an.

Dennoch ist der Kauf der Daimler-Anteile ohne Alternative. Kein deutsches Unternehmen wollte sich in einem Unternehmen engagieren, indem der französische Staat seit Gründung der EADS die Fäden zieht. Ohne den Einstieg der KfW wären die Aktien keineswegs auf dem freien Markt gelandet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte der französische Staat zugegriffen. Der Einfluss Deutschlands auf einen der wichtigsten Technologiekonzerne Europas wäre verloren gewesen. Das hat Berlin mit Recht verhindert.

Kommentare (4)

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Nachwuchs

09.11.2011, 18:44 Uhr

Ohne Alternative? Kommt mir von der Politik her sehr bekannt wor. Die Bürger sollen nur belogen, betrogen und ausgenommen werden. kurz: Die deutschen sollen vorsätzlich vernichtet werden. Nur ein Beispiel: HRE. Die Banker wissen nicht wohin mit dem "ergaunerten" Geld von der Unterstützerin Merkel!

Mazi

09.11.2011, 20:26 Uhr

Wir werden immer wieder vor "alternativlose" Entscheidungen gestellt.

Es muss festgehalten werden, dass es für jeden, der keinen Plan hat, jede Lösung als alternativlos erscheint, weil es ihm an Fachwissen zum ordentlichen Handling von Problemen mangelt.

Alternativlose Entscheidungen sind danach nicht das Ergebnis von Entscheidungsstärke sondern von Unwissenheit, von Überforderung.

WIN-WINNER-WINNEST

10.11.2011, 00:27 Uhr

EADS als Volks-Aktie !

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