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31.08.2011

14:25 Uhr

Kommentar

Ein Meilenstein sieht anders aus

VonFerdinand Dudenhöffer

Der Hype um neue Player beim Elektroauto flaut schon wieder ab, die traditionellen Zulieferer übernehmen die Führung. Doch Siemens kommt mit seiner neuen Kooperation wohl zu spät.

Ferdinand Dudenhöffer dpa

Ferdinand Dudenhöffer

Der Aufbruch zum Elektroauto hat Staub in der konservativen Autoindustrie aufgewirbelt. Nach 125 Jahren „kontinuierlicher Optimierung“ sollten sämtliche Regeln neu geschrieben werden. Plötzlich wurde darüber spekuliert, ob Stromkonzerne wie RWE, Eon oder gar der kleine Start up „Better Place“ mit seinem früheren SAP Manager Shai Agassi den Autobauern zeigen, wie moderne Mobilitätsmodelle aussehen.

Viele sahen den chinesischen Batterie- und Autohersteller BYD mit Warren Buffet als Anteilseigner schon als neuen Star der Branche. Die chinesische Regierung hat den Hype kräftig befeuert und das Land als Technologieführer ausgemacht. Und Nissan-Renault-Chef Carlos Ghosn setzt fast wie im Roulette hohe Summen auf Elektroautos und Batterien.

Doch nun kehrt Ernüchterung ein. Die kleine Meldung mit dem Zitat des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao „Es sei nicht sicher, ob sich diese Fahrzeuge letztlich durchsetzen würden“ hat das große Thema Elektroauto wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Waffen Buffet hat sich offenbar getäuscht, BYD zählt im boomenden chinesischen Automarkt zu den großen Verlieren. Dazu passt dann auch, dass Toyota in Deutschland mitteilt, aus dem Elektroauto auszusteigen.

Auch RWE und andere Stromanbieter sind ruhiger geworden. Die Ladesäulen, Batteriewechselsysteme und Abrechnungssysteme werden wohl nicht der zentrale Anker der individuellen Mobilität von morgen. Die vielen Letter of Intent, etwa von BYD mit Daimler, VW und vielen anderen, werden wohl nicht umgesetzt. Die blumigen Anekdoten von den neuen Playern der Autoindustrie bleiben Mythen.

Was sich durchsetzt, sind Innovationen in der Lithium-Ionen-Technik, wichtige Entwicklungen bei Elektromotoren für Hybride und Elektroautos, die gesamte Leistungselektronik um die Fahrzeuge. Und da haben die konventionellen Zulieferer ihre Stärken systematisch ausgebaut.

Kommentare (2)

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MisterX

31.08.2011, 17:01 Uhr

Dödelhofer ist doch der Kasper, der in der Opel-Verkaufs-Posse so unendlich peinlichen Unsinn verbreitet hat, oder?

Was hier als Erkenntnis verkauft wird, war 99% der Bevölkerung auch schon im letzten Jahr klar: Viel zu wenig Leistung bei viel zu viel Gewicht.

Die Energiedichte(kWh/kg)von Lithium-Ionen-Batterien ist ca. 0,13 kWh pro KG.... ein 100 Kg Akku hat also 12kWH, bei Benzin oder Diesel ist sie 80x höher.

Im Winter ist die Batterie leer, bevor das Auto warm ist. Toll!

Count_Electric

01.09.2011, 11:38 Uhr

woher kommt nur die Verwunderung, dass nicht innerhalb von 2 Jahren alle Autos elektrisch werden? Natürlich haben wir es mit einem langfristigen Trend zu tun. Unternehmen wie Tesla Motors beweisen, dass es heute schon funktioniert - ohne Standards, Ladesäulen, ... Mann muss es halt nur machen. Also bitte: weniger palavern, sondern Ärmel hochkrempeln liebe Autobauer!

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