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28.07.2011

07:50 Uhr

Kommentar

Löschers Löcher

VonAxel Höpner

Der Vorstandschef hat bei Siemens schon viel erreicht, muss aber aufpassen: Nur wenn der alte Schlendrian nicht wieder einkehrt, kann er seine ehrgeizigen Ziele erreichen.

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher. Quelle: dpa

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher.

MünchenEs ist noch ein weiter Weg zu gehen für Peter Löscher. Zwei Ziele hat sich der Siemens-Chef für seine zweite Amtszeit gesetzt: In Sachen Profitabilität soll der Technologiekonzern immer zu den Besten seiner Zunft gehören. Und der Umsatz soll gleichzeitig kräftig wachsen, nämlich von rund 70 auf mehr als 100 Milliarden Euro. Die heutigen Quartalszahlen zeigen zweierlei: Der Konzern marschiert in die richtige Richtung. Aber es liegen noch viele Hindernisse im Weg.

Der Aufsichtsrat glaubt, dass Löscher seine Mission erfüllen wird. Das Kontrollgremium verlängerte den Vertrag des Vorstandschefs vorzeitig um fünf Jahre bis 2012. Doch als Löscher gleichzeitig die Zahlen vorlegte, werden sie sich ein wenig an frühere Jahre erinnert haben. Über Jahrzehnte war es bei Siemens Quartal für Quartal fast schon Tradition, dass sich irgendwo im weiten Konzernreich überraschend große Löcher auftaten - mal waren es hohe Restrukturierungskosten in der Telekommunikation, mal Abschreibungen auf ein Kraftwerksprojekt, mal Unsummen für fehlkonstruierte Straßenbahnen.

Löscher schien von diesem Fluch bislang weitgehend verschont. Doch diesmal gibt es gleich zwei böse Flecken in der Bilanz: Die Vertragsstrafe für den schnellen Ausstieg aus dem Nuklear-Joint-Venture mit Areva und hohe Belastungen in der Partikeltherapie, eine neue Strahlentherapiemethode bei der Tumorbekämpfung, wo sich noch kein erfolgreiches Geschäftsmodell aufgetan hat.

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