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08.08.2011

16:59 Uhr

Kommentar

RWE-Lösung am Problem vorbei

VonMarkus Hennes

Die Führungsfrage bei RWE hätte schon viel früher und vor allem diskreter gelöst werden können. So aber hat das Image des Essener Energiekonzerns durch das öffentlich ausgetragene Hickhack darüber, wer im Konzern künftig an welcher Stelle was zu sagen hat, weitere Kratzer abbekommen.

Markus Hennes ist stellvertretender Ressortleiter Unternehmen & Märkte des Handelsblatts. Quelle: Pablo Castagnola

Markus Hennes ist stellvertretender Ressortleiter Unternehmen & Märkte des Handelsblatts.

Das Bild eines in sich gespaltenen Unternehmens hat sich verfestigt. Sichtbar wird diese Spaltung an der Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Die kommunalen Aktionäre besetzen vier von zehn Plätzen der Kapitalseite, obwohl sie nur rund 20 Prozent der Aktien halten. Die Kommunen sind damit zu stark im Aufsichtsrat vertreten, es liegt ein klarer Verstoß gegen die Regeln guter Unternehmensführung vor.

Auch deshalb hat Aufsichtsratschef Manfred Schneider geschlagene vier Monate gebraucht, um seinen Favoriten, den Niederländer Peter Terium, als künftigen Vorstandschef durchzusetzen. Persönlich hat Schneider einen hohen Preis bezahlt. Denn RWE-Vorstand Rolf Martin Schmitz, dem Schneider das Spitzenamt nicht zutraute, wird - weil es die kommunalen Aktionäre so wollten - Teriums Stellvertreter.

Man kann RWE nur wünschen, dass die nun gefundene Lösung hält, was sie verspricht: Als Niederländer steht Terium für die stärkere internationale Ausrichtung des Konzerns, Schmitz mit seinem guten Draht zu den Kommunen für das Deutschland-Geschäft.

Die Kernfrage indes bleibt ungelöst: Wie lange kann es RWE verkraften, dass die Kommunen etwa über ihre Beteiligung an dem fünftgrößten deutschen Stromprodzuenten Steag zugleich Aktionäre und Konkurrenten des Konzerns sind? Terium und Schmitz jedenfalls haben nicht die besten Voraussetzungen, um dieses Kernproblem in den Griff zu bekommen.

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