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22.11.2011

12:36 Uhr

Kommentar

Steve Girsky - ein Mann fürs Grobe bei Opel

VonFlorian Brückner

GM-Vize Steve Girsky wird neuer Aufsichtsratschef von Opel. Die Belegschaft kann sich angesichts roter Zahlen schon einmal auf harte Einschnitte einstellen. Am Ende könnte Girsky aber der Retter des Autobauers sein.

Steve Girsky ist Vize-Chef des amerikanischen Autobauers General Motors. dapd

Steve Girsky ist Vize-Chef des amerikanischen Autobauers General Motors.

Hans Demant, Carl-Peter Forster, Nick Reilly - egal ob Vorstand oder Aufsichtsrat, an dem deutschen Autobauer Opel haben sich schon viele Manager die Zähne ausgebissen. Aus den roten Zahlen gebracht hat Opel lange niemand mehr. Jetzt schickt die US-Mutter General Motors ihre Nummer zwei als Aufsichtsratschef nach Deutschland: Steve Girsky.

Keine Frage: Mit Girsky kommt ein Manager nach Rüsselsheim, dem der Ruf eines knallharten, an den Regeln der Wall Street orientierten Zahlenmenschen vorauseilt. Und wenn Girsky unlängst ankündigte, dass bei Opel die Kostenstrukturen optimiert, die Margen verbessert und die Economy of Scale des GM-Konzerns voll ausgenutzt werden müssten, dann ist klar, wo Opels Zukunft liegen könnte, nämlich in Korea.

Dort produziert GM seit langem höchst erfolgreich und kostengünstig etwa für die Volumenmarke Chevrolet. Dass Opel-Kleinwagen bald noch in Deutschland vom Band laufen, ist keine ausgemachte Sache mehr - dass in manch altem, unlängst erst noch gerettetem europäischen Werk noch lange die Bänder laufen auch nicht. Und wenn GM-Chef Dan Akerson angesichts der maladen Situation in Europa unlängst noch die Streichung von Tausenden Stellen beim französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroen erwähnte, dann braucht es keinen Propheten um zu ahnen: Auf Opel könnten Werksschließungen und ein Jobabbau zukommen.

So beklagenswert das für den einzelnen Opelaner auch sein mag: Der deutschen Tochter gehen die Argumente aus. Opel sitzt mehr oder weniger genau da, wo es schon 2008 saß, nämlich mitten in der Tinte. Trotz Absatzsteigerungen fährt Opel Verluste ein. Und anders als VW oder Ford geht Opel nicht mit einem neuen und erfolgreichen Produktportfolio und guten Gewinnen auf dem Konto in ein konjunkturell wohl schwieriges Jahr 2012.

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