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28.07.2015

18:29 Uhr

Kommentar zu Bosch Rexroth

Denner zieht die Zügel an

VonMartin-W. Buchenau

Bosch-Chef Denner nimmt sich die Schwächen des Konzerns vor: Bei der Industriesparte Rexroth wird erneut der Rotstift angesetzt. Doch in der Neuausrichtung läuft Denner Gefahr, den Rückhalt der Mitarbeiter zu verlieren.

Der Bosch-Chef richtet das Unternehmen auf Vernetzung aus. dpa

Volkmar Denner

Der Bosch-Chef richtet das Unternehmen auf Vernetzung aus.

Bosch-Chef Volkmar Denner richtet seinen Konzern auf Vernetzung aus. Das kostet viel Geld, das die traditionellen Bereiche verdienen müssen. Dieses Fundament darf keine Risse habe. Schwächelt da eine der tragenden Säulen, dann schaut Denner sehr genau und streng hin.

Und er handelt seit diesem Jahr schneller, als das vielleicht früher üblich war. In der Industriesparte Rexroth sollen nun die Kosten bis 2018 um 450 Millionen Euro gesenkt werden. Insgesamt sollen die Firmenstrukturen „verschlankt“ und die Effizienz erhöht werden. Bereits Ende 2014 hatte Bosch Rexroth die Streichung von 580 Stellen bekanntgegeben.

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen und Märkte. Andreas Labes

Martin Buchenau

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen und Märkte.

Ein bisschen drängt sich auch der Eindruck auf, als habe ihm sein Vorgänger Franz Fehrenbach beim Stabwechsel 2012 neben der Beendigung des milliardenschweren Solarabenteuers noch mehr undankbare Aufgabe überlassen.

Es mag eine zufällige Häufung sein. Es mag auch sein, dass es jeweils unterschiedliche Gründe gibt. Seien es nun konjunkturelle oder strukturelle. Aber es ist offensichtlich, dass der Bosch-Chef ganz genau auf die Rendite vor allem der traditionellen Bereiche schaut. Bosch Rexroth mit seinen 5,6 Milliarden Euro Umsatz schwächelt seit einigen Jahren. Zuletzt gab es nur noch eine magere Umsatzrendite von einem Prozent. Selbst der Gewerkschaft war klar, dass etwas kommen würde.

Nun sind ein Sparprogramm für den Bereich mobile Anwendungen von 450 Millionen Euro bis 2018 ein gewaltiger Brocken. Harte Sparprogramme sind bei Bosch aber so etwas wie die letzte Chance. Wer die nicht nutzt, kommt auch bei dem Stiftungskonzern, der sonst als besonders fürsorglich gegenüber seinen Mitarbeiter gilt, auf die Verkaufsliste. Da brauchen die Kollegen von Bosch Rexroth, die Pumpen, Motoren, Getriebe und Hydraulik für Bau- und Landmaschinen liefern, nur nach Hildesheim zu den Startern und Generatoren in der Automobilsparte schauen. Die Sparte mit 1,4 Milliarden Euro will Bosch loswerden. Auch hier wurde zuvor jahrelang saniert, den Beschäftigten viel abverlangt, ohne bahnbrechenden Erfolg.

Kommentare (1)

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Herr stefan kinlel

28.07.2015, 19:24 Uhr

Sie schreiben, daß Hr. Denner einige Dinge, die ihm sein Vorgänger Hr. Fehrenbach überlassen habe, zurechtrücken muß. Im Falle Bosch Solarabenteuer und Rexroth war aber zur aktiven Zeit des Hr. Fehrenbach gemäß Bosch-Geschäftsberichten ein und diesselbe Person für diese beiden Bereiche langjährig zuständig, die eben nicht Fehrenbach - sondern Hr. Dais - hieß.
Dieses sollte schon der Richtigkeit halber und der Fairness wegen erwähnt werden.
Das die Tochter Bosch Rexroth heute so schlecht dasteht hat aber sicher auch intrinsische Ursachen. Das direkte Wettbewerbsumfeld zeigt, daß es auch ganz anders - nämlich wirtschaftlich erfolgreich - geht. Auch 2015. Auch die Jahre davor.

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