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29.05.2015

14:48 Uhr

Kommentar zu Voith

Lienhards Rosskur

VonMartin-W. Buchenau

Voith schreibt rote Zahlen. Zwar berichtet Firmenchef Hubert Lienhard von Fortschritten. Doch seine Maßnahmen müssen jetzt Wirkung zeigen – bisher ist seine Ära keine Erfolgsgeschichte. Ein Kommentar.

Wegen des Konzernumbaus schreibt der Anlagenbauer rote Zahlen. dpa

Produktion bei Voith in Heidenheim

Wegen des Konzernumbaus schreibt der Anlagenbauer rote Zahlen.

StuttgartMan muss wohl schon mehr als zwei Jahrzehnte zurückdenken, um ein Geschäftsjahr mit roten Zahlen bei dem 1867 gegründeten Traditionskonzern Voith zu finden.

Es mag Zufall gewesen sein, dass Konzernchef Hubert Lienhard verschnupft aus Shanghai kommend, die Halbjahreszahlen präsentiert hat. Aber auch sein Konzern ist noch nicht auskuriert. Das Unternehmen machte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2014/2015 (31. März) einen Verlust von 131 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn noch bei 30 Millionen Euro. Bereinigt stieg das Betriebsergebnis aber um 12 Prozent auf 137 Millionen Euro.

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen und Märkte. Andreas Labes

Martin Buchenau

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen und Märkte.

Lienhard berichtet zwar über operative Fortschritte und sieht die Talsohle durchschritten. Aber den Durchhänger im Auftragseingang kann auch er nicht von der Hand weisen. Natürlich kommt es bei Anlagenbauern vor, dass mal Projekte verschoben werden wie bei der Sparte Voith Hydro. Zwischenberichte sind da nur begrenzt aussagekräftig.

Aber sei es drum. Es erhöht den Druck, dass diese Aufträge wenn schon nicht im ersten Halbjahr, dann wenigstens im zweiten kommen. Wenn nicht, ist das Auftragsbuch deutlich dünner. Und Voith braucht die Kraft der Kraftwerkssparte, um den Umbau bei den Papiermaschinen besser zu verkraften. Das Sanierungsprogramm verschlingt 167 Millionen Euro und ist hauptverantwortlich für die roten Zahlen.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Genesung soll das einschneidende Programm mit massivem Personalabbau von 1600 Stellen in der Papiersparte und der Verwaltung bringen. Voith leidet unter dem Einbruch der großen Papiermaschinen, seit durch die Digitalisierung nicht mehr so viel Zeitungspapier benötigt wird. Voith will sich künftig auf Maschinen für Verpackungs- und Hygienepapier konzentrieren.

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