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21.09.2015

09:58 Uhr

Kommentar zum Schaeffler-Börsengang

Weiterwursteln war keine Lösung

VonAxel Höpner

Die Verschuldung ist ein Bremsklotz für Schaeffler. Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg schaffen dem Familienkonzern mit dem Börsengang Spielraum für Investitionen. Ein Kommentar.

Mit Glück und Geschick die Krise überstanden. dpa

Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler

Mit Glück und Geschick die Krise überstanden.

In der Krise hat Maria-Elisabeth Schaeffler gekämpft wie eine Löwin. Ihr Ziel dabei stets: Die Kontrolle über den Konzern zu behalten und damit das Erbe ihres Mannes zu bewahren. Auch als viele den hochverschuldeten Konzern schon abgeschrieben hatten, war ein Verkauf oder der Einstieg eines Mehrheitsinvestors für sie nie eine Option.

Die Rechnung ging auf: Mit Glück und Geschick überstand das Unternehmen die Krise nach der Übernahme des dreimal größeren Konkurrenten Continental. Maria-Elisabeth Schaeffler zählt wieder zu den reichsten Deutschen.

Axel Höpner ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte und Büroleiter in München. Pablo Castagnola

Der Autor

Axel Höpner ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte und Büroleiter in München.

Auch wenn Schaeffler inzwischen wieder auf stabilen Beinen steht: Der Börsengang, den das Unternehmen am Montag angekündigt hat, ist der richtige Schritt. Denn operativ gehört das Unternehmen zwar weiterhin zu den profitabelsten Autozulieferern weltweit. Und dank der geschickten Refinanzierungen von Vorstandschef Rosenfeld ist der Schuldendienst inzwischen beherrschbar. Doch viel kleiner geworden ist der Schuldenberg bei Holding und AG von anfangs deutlich über zehn Milliarden Euro in den vergangenen Jahren nicht.

Das ist ein Hemmschuh in Zeiten, in denen sich die Automobilindustrie rasant verändert. Es sind nicht mehr nur mechanische Lösungen gefragt, wie sie Schaeffler stets gut beherrschte. Die Wertschöpfung verlagert sich, gefragt ist elektronische und digitale Expertise. Maria-Elisabeth Schaeffler hatte das früh erkannt. Und deswegen in die Conti-Übernahme investiert. An dem zu großen Happen hätten sich die Herzogenauracher zwar fast verschluckt – die Übernahme war komplett fremdfinanziert, das rächte sich in der Finanzkrise. Doch war der Schritt strategisch richtig.

Inzwischen ist die Beteiligung an Conti auch deutlich mehr Wert, als der Schuldenberg hoch ist. Doch da Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg das Paket nicht verkaufen wollen, ist die Verschuldung ein Bremsklotz. Die Schaeffler AG muss in den nächsten Jahren viel Spielraum für Investitionen und Übernahmen haben. Daher war Weiterwursteln keine Lösung.

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