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27.01.2005

07:51 Uhr

Komplett-Übernahme könnte für Münchener nun komplizierter werden

Hedge Fonds greift nach VA Tech

VonOliver Stock

Im Ringen um die Übernahme der österreichischen Industriegesellschaft VA Tech durch Siemens bekommen es die Deutschen mit einem neuen Großinvestor zu tun. VA Tech teilte mit, das der auf den Cayman-Inseln beheimatete Hedge Fonds Eureka Fund inzwischen 5,06 Prozent der VA-Tech-Anteile erworben hat.

WIEN. Der Hedge Fonds hat seine Anteile bereits am 20. Januar gekauft – dem Tag, an dem Siemens sein Angebot an die VA-Tech-Aktionäre auf 65 Euro je Aktie angehoben hatte. Damals kostete die Aktie wenig mehr als 60 Euro. Offenbar sind die Fondsmanager darauf aus, ihre Anteile schnell wieder zu Geld zu machen. Am Mittwoch bewegte sich der Kurs über der Marke von 64 Euro. Hinter dem Eureka Fund, der in Deutschland auch an Unternehmen wie dem Graphitelektroden-Hersteller SGL Carbon beteiligt ist, stecken die britischen Hedge-Fonds-Spezialisten Paul Marshall und Ian Wace. Sie betreiben die Marshall Wace Asset Management, eines der größten Hedge-Fonds-Unternehmen der Welt, und betreuen ein Vermögen von mehr als zwei Mrd. Dollar. Für den Kauf von knapp 800 000 VA-Tech-Aktien dürften sie an die 47 Mill. Euro ausgegeben haben.

Ob die Komplett-Übernahme der VA Tech nun komplizierter wird, wollte ein Sprecher von Siemens am Mittwoch nicht sagen. Die österreichische Übernahmekommission hatte in dieser Woche das nachgebesserte Übernahmeangebot des Siemens-Konzerns gebilligt. Die Übernahme würde Siemens nun knapp eine Mrd. Euro kosten. Nach einem ersten gescheiterten Übernahmeversuch im September hatte Siemens im November einen 16,5-Prozent-Anteil an VA Tech von einem privaten Investor gekauft und 55 Euro für den Rest der Aktien geboten. Zur Bedingung machte Siemens, dass eine Klausel abgeschafft wird, wonach jeder Anteilseigner höchstens ein Viertel der Stimmrechte halten kann. Dies lehnten die Aktionäre von VA Tech in der vergangenen Woche auf einer außerordentlichen Hauptversammlung ab. Siemens erhöhte daraufhin sein Angebot für den österreichischen Konzern, der weltweit knapp 17 000 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von rund vier Mrd. Euro erzielt.

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