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02.04.2014

19:21 Uhr

Komplettübernahmeversuch

VW garantiert die Beschäftigung für Scania-Standorte

VW will die restlichen Aktien von Scania übernehmen und den Nutzfahrzeug-Hersteller von der Börse nehmen. Für dieses Unterfangen sucht VW den Schulterschluss mit der Arbeitnehmerseite: Die Beschäftigung bleibe gesichert.

Scania-Trucks auf einem Parkplatz vor Berlin: VW will den schwedischen Lkw-Bauer komplett übernehmen – und stößt auf heftigen Widerstand. Reuters, Sascha Rheker

Scania-Trucks auf einem Parkplatz vor Berlin: VW will den schwedischen Lkw-Bauer komplett übernehmen – und stößt auf heftigen Widerstand.

Wolfsburg/SödertäljeBei seinem Komplettübernahmeversuch der Lkw-Tochter Scania sucht der Volkswagen-Konzern den Schulterschluss mit der Arbeitnehmerseite. Die Wolfsburger Unternehmensspitze, die zuständigen schwedischen Gewerkschaften und der VW-Konzernbetriebsrat vereinbarten eine Beschäftigungssicherung für die Scania-Standorte. Wie Volkswagen am Mittwoch mitteilte, greift das Abkommen dann, wenn der laufende Versuch der Scania-Komplettübernahme glücken sollte.

Volkswagen müht sich als Scania-Mutter derzeit mit einem Kaufangebot um die restlichen Scania-Aktien und will den Nutzfahrzeug-Spezialisten von der Börse nehmen. Der Pakt mit der Arbeitnehmerseite sieht auch vor, dass die Scania-Zentrale sowie die Forschung und Entwicklung im Hauptquartier in Södertälje bleiben. Volkswagen hatte bereits mit dem Übernahmeangebot betont, Scanias Eigenständigkeit wahren zu wollen. Sollten die Schweden komplett unter das Konzerndach schlüpfen, wäre ihnen ein großes Maß an Arbeitnehmermitbestimmung ohnehin sicher.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

Das VW-Angebot zur Aktienübernahme läuft am 25. April aus. Scania selber hatte die Offerte als zu niedrig zurückgewiesen, entscheiden müssen das aber letztendlich die Aktionäre. VW stellt einen Aufschlag von mehr als 50 Prozent für die Papiere in Aussicht. Kürzlich hatte der schwedische Fonds AMF das Angebot als zu niedrig abgelehnt.

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Von

dpa

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