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19.03.2014

18:11 Uhr

Konflikt mit Russland

Deutsche Firmen fürchten harte Sanktionen

Die Sanktionen gegen Russland zeigen ihre Wirkung – bei der deutschen Wirtschaft. Erste Firmen stellen Investitionen in Russland zurück und mahnen, Sanktionen träfen „wie ein Bumerang“ die deutsche Wirtschaft.

Die Flaggen der EU-Mitgliedsländer in Brüssel: Die Unsicherheit weiterer Sanktionen lähmt die deutsche Wirtschaft. dpa

Die Flaggen der EU-Mitgliedsländer in Brüssel: Die Unsicherheit weiterer Sanktionen lähmt die deutsche Wirtschaft.

BerlinDrohende Wirtschaftssanktionen gegen Russland machen der deutschen Industrie zunehmende Sorgen. In den Chefetagen der Unternehmen wird befürchtet, dass dann Milliardenaufträge, Fusionen oder andere Projekte wackeln könnten. Offen sagt dies zwar noch niemand, aber hinter vorgehaltener Hand heißt es beispielsweise bei einem Mittelständler: „Harte Sanktionen des Westens könnten zum Eigentor werden.“ Denn völlig offen ist, wie Russland seinerseits auf solche Strafmaßnahmen reagieren würde. Nicht nur künftige Aufträge, sondern auch laufende Projekte könnten in Gefahr geraten, so die Angst der Firmenbosse.

Die Unsicherheit, ob die Europäische Union wegen der Ukraine-Krise Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt, lähmt bereits heute einige Firmen-Entscheidungen. „Es sind schon Investitionsvorhaben zurückgestellt worden“, sagte der Leiter der Russland-Niederlassung der Beratungsfirma Rödl & Partner, Andreas Knaul, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Dabei geht es vor allem um Investitionen von Mittelständlern im jeweils einstelligen Millionenbereich.“ Auch Pläne würden aufgeschoben, weil niemand wisse, wie sich die politische Lage entwickle. Einige Unternehmen hätten auch Angst vor Enteignungen als Reaktion Russlands auf Strafmaßnahmen des Westens. „Das ist nichts, was die Investitionsfreude stärkt“, sagte Knaul.

„Wirtschaftssanktionen gegen Russland würden wie ein Bumerang den deutschen Mittelstand treffen“, betonte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft. Die Mehrzahl der 6.300 deutschen Unternehmen in Russland seien kleine und mittelgroße Betriebe. Von einigen Konzernen ist zu hören, dass europäische Spitzenpolitiker bereits sondiert hätten, welche Folgen eine Sanktionsspirale haben könnte. Dies zeige vielen Firmenchefs, wie ernst es der Westen im Konflikt mit Russland meine.

Ob und wann Wirtschaftssanktionen verhängt werden, ist völlig offen. In der EU-Kommission heißt es, dass „für alle Eventualitäten“ bereits interne Vorbereitungen liefen. Allerdings sei es gerade nicht das Ziel der EU, weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Es gehe vielmehr darum, dass die Regierung in Moskau in der Ukraine-Krise einlenke. Der Westen wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, die ukrainische Halbinsel Krim illegal annektiert zu haben, was dieser zurückweist.

Kommentare (3)

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19.03.2014, 18:23 Uhr

Schrecklich, wieder so ein Angriff aus Amerika.

Die Amis haben diese "Sanktionen" nur beschlossen, um unserer Wirtschaft zu schaden. Wenn neben rUS nicht auch China unsere Freunde wären, sollte man auch Sanktionen gegen chian beschließen, damit es den ami voll hart trifft.

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19.03.2014, 18:49 Uhr

Seit wann interessieren unseren Politiker Deutschland??

Account gelöscht!

20.03.2014, 15:50 Uhr

Deutsche Unternehmer sind nur für deutsche Politiker und nicht für deutsche Bürger/Mitarbeiter! Warum???

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