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02.01.2011

13:10 Uhr

Konjunktur

Baubranche am meisten von Pleiten bedroht

Der Bauindustrie und anderen Branchen in Deutschland stehen nach Erwartungen des Kreditversicherers Euler-Hermes schwere Zeiten bevor – trotz des Wirtschaftsaufschwungs. Insgesamt aber sinke das Pleiterisiko für die deutschen Unternehmen 2011 deutlich.

Baustelle in Berlin. DAPD

Baustelle in Berlin.

HB HAMBURG. Den rund 70 000 Unternehmen der deutschen Baubranche stehen schwere Zeiten bevor. „Das Risiko für Unternehmenspleiten steigt 2011 deutlich an und dürfte sich 2012 fortsetzen. Ein Grund dafür sind die sinkenden öffentlichen Investitionen in Folge des Sparpakets“, sagte der Chefvolkswirt des Kreditversicherers Euler-Hermes, Romeo Grill, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd.

Zwar sei die Zahl der Insolvenzen im Baugewerbe 2010 aufgrund von Sonderinvestitionen um 5,3 Prozent gesunken, in 2011 müsse aber mit einem Anstieg um 2,0 Prozent auf 5 200 Unternehmenspleiten gerechnet werden.

Nachdem die Bauinvestitionen in 2009 um fast 4 Prozent gestiegen sind, wird für 2011 nur noch mit einem Anstieg von 1,7 Prozent gerechnet, 2012 sinkt er weiter auf 1,1 Prozent. „Die Situation wird schwieriger, und mit über 150 Fällen auf 10 000 Unternehmen herrscht im Bausektor 2011 nach unserer aktuellen Prognose das mit Abstand höchste Insolvenzrisiko aller Branchen“, sagte Grill.

Insgesamt sinkt das Pleiterisiko für die deutschen Unternehmen 2011 aber deutlich. „Die Wirtschaft hat einen erstaunlichen Aufschwung erlebt und der setzt sich fort“, betonte Grill. Wurde im Krisenjahr 2009 bei den Firmenpleiten noch ein Plus um fast 12 Prozent verzeichnet, gab es 2010 einen Rückgang um 0,6 Prozent auf 32.500 Insolvenzen. Für 2011 wird eine weitere Verringerung um 4,6 Prozent auf 31 000 Pleiten erwartet.

„Die Wirtschaft kommt schneller aus der Krise als erwartet, und davon profitiert auch der Arbeitsmarkt“, betonte Grill. So werde die Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent in 2010 im nächsten Jahr auf 7,1 Prozent sinken und 2012 auf 6,9 Prozent zurückgehen.

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