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01.03.2012

11:08 Uhr

Konjunktur Euro-Zone

Zunehmende Sorgen der Industrie

Die Februar-Bilanz der Hersteller in der Währungsgemeinschaft fiel abermals schlechter aus als im Vormonat. Trotz Anzeichen einer Stabilisierung ist noch kein neues Wachstum in Sicht.

Ein Arbeiter in der Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex in Rostock. dpa

Ein Arbeiter in der Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex in Rostock.

BerlinDie Industrie in der Euro-Zone kommt nur mühsam aus der Krise. Ihre Geschäfte liefen im Februar erneut schlechter als im Vormonat, wie am Donnerstag aus einer Umfrage des Markit-Instituts unter rund 3000 Firmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex legte zwar um 0,2 auf 49 Punkte zu und kletterte auf den höchsten Wert seit sechs Monaten. Wachstum signalisiert das Barometer aber erst jenseits der 50-Zähler-Marke. Der Industriesektor stabilisiere sich nach der Delle Ende 2011 anscheinend wieder, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson, betonte aber: „Anlass zur Sorge besteht jedoch zuhauf“.

Nennenswertes Wachstum meldete allein die Industrie in Österreich. Leicht Bergauf ging es auch in Deutschland und den Niederlanden. In Frankreich stabilisierte sich die Lage erstmals seit August 2011 wieder. In Italien verlangsamte sich die Talfahrt, in Spanien beschleunigte sie sich hingegen. In Griechenland verschlechterte sich die Situation hingegen dramatisch, das Barometer sackte auf ein Rekordtief. „Hier kam es zu den stärksten Produktions- und Auftragsrückgängen seit Beginn der dortigen Umfrage 1999“, sagte Williamson.

In der gesamten Euro-Zone verbuchten die Betriebe den neunten Monat in Folge ein schrumpfendes Neugeschäft. „Infolge der Verteuerung von Kraftstoffen, Öl, Kunststoffen und Stahl sowie weiterer Rohstoffe beschleunigte sich der Kostenauftrieb so stark wie selten zuvor in der Umfragegeschichte und fiel so hoch aus wie zuletzt im Juni 2011“, erklärte Markit. Galoppierende Einkaufspreise vermeldeten vor allem Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemieerzeugnissen und Metallen. In allen von der Umfrage erfassten Ländern stieg der Preisdruck und erreichte meist wieder die Werte von Mitte 2011. Ihre Verkaufspreise konnten die Firmen aber wegen der anhaltenden Nachfrageschwäche und des starken Wettbewerbs kaum erhöhen.

Die Wirtschaft im Währungsraum war Ende 2011 um 0,3 Prozent geschrumpft. „Ein Abgleiten der Euro-Zone in die Rezession im ersten Quartal 2012 bleibt durchaus wahrscheinlich und kann wohl nur noch durch eine substanzielle Verbesserung der Konjunktur im März verhindert werden“, sagte der Markit-Chefökonom.

Von

rtr

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