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29.01.2004

07:30 Uhr

Konkurrent Volvo splittet sein Scania-Paket – Wallenberg-Holding Investor zeigt Interesse an Aufstockung der Anteile

Kein neuer Scania-Großaktionär in Sicht

Das Ringen um die Zukunft des schwedischen LKW-Herstellers Scania geht weiter. Der Versuch des Konkurrenten Volvo, einen industriellen Käufer für sein Scania-Aktienpaket zu finden, ist erfolglos geblieben.

hst/hof STOCKHOLM. Haupthindernis ist die dominierende Rolle von Volkswagen bei Scania, heißt es in Branchenkreisen. Der Wolfsburger Konzern verfügt über 34 % der Stimmanteile bei Scania. Volvo muss seine Anteile, die 30,6 % der Stimmen entsprechen, auf Geheiß der EU-Wettbewerbshüter bis zum 23. April verkaufen. Nun zeichnet sich eine Lösung ab, bei der die Holding der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg, Investor, eine Schlüsselrolle spielen wird.

Investor will nach Informationen des Handelsblatts seinen Scania-Anteil mit dem Kauf von so genannten A-Aktien leicht aufstocken, die bei Scania ein zehnfaches Stimmrecht haben. Eine vollständige Übernahme des umgerechnet rund 2,6 Mrd. Euro teuren Scania-Postens von Volvo ist nach Ansicht der meisten Analysten selbst für Investor eine Nummer zu groß. Der Rest des Volvo-Pakets an Scania soll an institutionelle schwedische Anleger gehen, während die stimmschwachen B-Aktien ausländischen Fonds angeboten werden. Die Regierung in Stockholm soll den staatlichen AP-Fonds, die die Pensionen verwalten, grünes Licht für ein Scania-Engagement gegeben haben. Eine „schwedische Lösung“ wird aus arbeitsmarktpolitischen Gründen von der Regierung bevorzugt.

Für Volvo drängt die Zeit, die offene Eignerfrage bei Scania zu lösen. Der LKW-Bauer hatte 2000 versucht, die Kontrolle beim Konkurrenten zu übernehmen, doch die EU stoppte den Coup. Seitdem wird der Scania-Posten im Volvo-Auftrag von der britischen Bank HSBC verwaltet. Volvo bestätigte dem Handelsblatt jedoch, dass der Konzern auf Antrag bei der EU-Kommission maximal 10 % der Stimmrechte ein weiteres Jahr behalten kann.

Investor-Chef Marcus Wallenberg hat keinen Hehl aus seinem Interesse gemacht, den Scania-Stimmanteil von 15,3 % aufzustocken. „Wir haben Interesse zu verhandeln, doch die Entscheidung liegt bei Volvo“, sagte Wallenberg vergangene Woche. Weitere Kommentare lehnt man derzeit bei Investor ab. Auch bei Volvo will man sich nicht in die Karten schauen lassen, doch ein mit den Details vertrauter Volvo-Manager bedeutete dem Handelsblatt, dass „es merkwürdig wäre, wenn wir nicht miteinander reden würden“.

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