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20.06.2013

16:52 Uhr

Konkurrenz aus den Schwellenländern

Airbus und Boeing wehren Attacke ab

VonTobias Döring

Airbus und Boeing dominieren bei der Luftfahrtmesse in Paris. Die mit großem Anspruch gestarteten Konkurrenten aus den Schwellenländern können kaum dagegen halten. Der Angriff der Kleinen scheint gescheitert zu sein.

Die C-Serie ist Bombardiers Hoffnung für die Mittelstrecke. Reuters

Die C-Serie ist Bombardiers Hoffnung für die Mittelstrecke.

ParisAuf der weltgrößten Luftfahrtschau in Le Bourget dreht sich alles um Airbus und Boeing. Die beiden Duopolisten im Zivilflugzeug-Geschäft teilen den Markt in der Mittel- und Langstrecke unter sich auf – und sie teilen sich auch die Schlagzeilen von Paris. Denn die kleinen Angreifer haben sich gut versteckt.

Bombardier zum Beispiel. Die Kanadier sind natürlich auf der Air Show vertreten, fallen aber kaum auf.  Auf dem Rollfeld in Le Bourget sind gleich drei Flugzeuge des Herstellers platziert, unauffällig im Schatten des Boeing 787-Dreamliner. Die staatliche lettische Fluggesellschaft Air Baltic hat die Bombardier Q400 Nextgen zur Verfügung gestellt, Indonesiens Staatsairline Garuda die CRJ 1000. Die eine Maschine wird mit Propellern angetrieben, die andere mit zwei Triebwerken – doch beide sind Regionalflieger.

Damit ist in Paris kaum zu punkten. Weder bei den Besuchern der Messe, die lieber die alte Propeller-Antonov zwischen den beiden Bombardier-Maschinen fotografieren - das kräftige blau strahlt heller als das weiß-grau-hellgrüne Design von Air Baltic -, noch bei den Berichterstattern. Die konzentrieren sich auf die Auftragsschlacht von Boeing und Airbus. Dabei haben vor allem Bombardier und die Brasilianer von Embraer Pläne, die Großen zu attackieren.

Nur ist von ihnen auf der Luftfahrtmesse wenig zu sehen. Am weitesten ist Bombardier, deren C-Serie in den nächsten Wochen zu ihrem ersten Testflug abheben soll. Platz für 110 bis rund 150 Passagiere wird der Mittelstreckenjet bieten. Damit greifen die Kanadier die A320-Familie von Airbus und die 737 von Boeing an. Mit voller Sitzzahl kommt die C-Serie den Kassenschlager A320 und 737-800 in die Quere.

Ein Fünftel weniger Spritkosten verspricht Bombardier im Vergleich zu den Maschinen der Duopolisten Boeing und Airbus. Doch die Bilanz ist mit rund 160 Bestellungen bisher ernüchternd, hatte doch die Lufthansa vor fünf Jahren bereits 30 Flieger geordert. Und noch größer wird die Ernüchterung bei einem Blick auf die starken Verkaufszahlen des sparsamen A320neo und der 737-MAX, die Airbus und Boeing erst in den Jahren 2015 und 2017 ausliefern. Dabei ist ein Erfolg der C-Serie für Bombardier Pflicht. Der Hersteller kann sich schon in der Testphase kaum einen Verzug mehr leisten.

Kommentare (1)

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VIP

20.06.2013, 21:06 Uhr

[...] "Konkurrenten aus den Schwellenländern..."
You're talking Canada and Brazil, hardly Schwellenländer. Germany fits into Canada about 20 times and Canada is one of the 8 most industrialized countries.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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