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28.02.2012

19:34 Uhr

Konkurrenzkampf

Daimler will von Klimaschutz profitieren

Damit sich die eigenen Investitionen in den Klimaschutz mehr lohnen, fordert Daimler in den USA höhere Strafen gegen einen Wettbewerber. Navistar hat sich nicht an die verschärften Abgasvorschriften gehalten.

Daimler hat seine Lkw-Flotte den verschärften Abgasvorschriften in den USA angepasst. ap

Daimler hat seine Lkw-Flotte den verschärften Abgasvorschriften in den USA angepasst.

StuttgartDaimler will in den USA von seinen Investitionen in den Klimaschutz bei Lkw profitieren und dem Wettbewerber Navistar per Gericht höhere Strafen für die Nichteinhaltung dieser Vorschriften auferlegen lassen.

„Wir ergreifen die notwendigen rechtlichen Schritte, um unsere Interessen zu schützen“, teilte Daimler am Dienstag in Stuttgart mit. Daimler hält die Strafen, die Navistar voraussichtlich für die Nichteinhaltung der jüngst verschärften US-Umweltschutzauflagen bei Lkw zahlen muss, für zu gering und zieht daher vor Gericht.

Während der Stuttgarter Autobauer seine in den USA verkauften Lkw mit verbrauchsärmeren Motoren und teurer Abgasnachbehandlung ausgerüstet hat, hat sich Konkurrent Navistar diese Investitionen gespart. Für die Überschreitung der Grenzwerte werden demnächst jedoch Strafen fällig.

Damit kommt Navistar nach Einschätzung von Daimler aber zu gut weg: Denn die Strafzahlungen schlagen voraussichtlich nur mit umgerechnet 2000 Euro pro verkauftem Lkw zu Buche, während die Abgasreinigung bei jedem Daimler-Lkw Mehrkosten von gut 8000 Euro verursachte. Die Höhe der von der US-Umweltschutzbehörde EPA festgelegten Strafzahlungen sollen daher gerichtlich überprüft werden.

Seit Beginn des vergangenen Jahres sind in den USA verschärfte Abgasvorschriften für Nutzfahrzeuge in Kraft, die niedrigere Grenzwerte bei umweltbelasteten Staubpartikeln und Stickoxiden vorschreiben. Ab 2014 müssen zudem die CO2-Emissionen und damit der Verbrauch der Fahrzeuge sinken, um den Ausstoß des Treibhausgases CO2 und den Erdölverbrauch zu drosseln.

Daimler erfüllt mit seiner Lkw-Flotte in den USA beide Vorgaben und sieht sich beim CO2-Ausstoß als Vorreiter in der Branche. Durch die frühzeitige Erfüllung der Vorschriften sei Daimler bei der Kraftstoffeffizienz und den Abgasemissionen führend in der Branche, sagte der Chef von Daimler Trucks North America, Martin Daum.

Der Kraftstoffverbrauch ist bei Nutzfahrzeugen ein wichtiges Verkaufsargument, da die Spritkosten - abgesehen von den Anschaffungskosten - den größten Kostenblock für Speditionen darstellen.

Von

rtr

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