Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.01.2013

17:28 Uhr

Konkurrenzkampf mit Airbus

Boeing ergattert Großauftrag für Spritspar-Jet

Boeing verbucht im Konkurrenzkampf mit Airbus einen großen Erfolg: Der Flugzeughersteller hat sich einen Milliardenauftrag für seine spritsparende 737 MAX gesichert – und ist damit womöglich wieder die Nummer 1 im Markt.

Boeing hat für seinen spritsparendes Flugzeug 737 MAX mehr als 1000 Bestellungen in den Büchern stehen. AFP

Boeing hat für seinen spritsparendes Flugzeug 737 MAX mehr als 1000 Bestellungen in den Büchern stehen.

SeattleDer ewige Kampf der beiden Flugzeug-Schwergewichte Boeing und Airbus geht weiter: Der US-Hersteller konnte sich einen Auftrag von der Leasinggesellschaft ACG über 60 Mittelstrecken-Jets vom neuen Typ 737 MAX sichern, wie Boeing am Mittwoch in Seattle bekanntgab. Nach Listenpreisen liegt der Wert der Bestellung bei rund 6 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro), jedoch sind satte Rabatte in der Branche üblich.

Für die Amerikaner ist der Auftrag ein wichtiger Erfolg. Jetzt haben sie mehr als 1000 Bestellungen für die 737 MAX in ihren Büchern stehen. Der Jet soll vor allem dank neuer Triebwerke und einer verbesserten Flügelform 13 Prozent weniger Sprit verbrauchen als das aktuelle Modell. Direktes Konkurrenzprodukt ist der Airbus A320neo.

Die mittelgroßen 737 und A320 sind die Verkaufsschlager der beiden Hersteller und entsprechend wichtig beim Ringen um die Führungsrolle in der Luft. Die modernisierten Varianten „MAX“ und „neo“ kommen 2017 beziehungsweise 2015 heraus. Bestellungen wie diejenige von ACG haben aber in der Regel einen jahrelangen Vorlauf. Die Leasinggesellschaft vermietet die Maschinen an Fluggesellschaften.

In der jüngeren Vergangenheit hatte Airbus die Nase am Himmel vorne, indem die Europäer mehr Flugzeuge auslieferten als der Rivale. Im vergangenen Jahr könnte Boeing die Krone im Flugzeugbau jedoch zurückerobert haben. Der US-Konzern hatte sowohl die Produktion des Langstreckenfliegers 787 „Dreamliner“ hochgefahren als auch des modernisierten Jumbo-Jets 747-8. Vorausgegangenen waren jahrelange Verzögerungen, weil die immer komplexer werdende Technik sowie der stärkere Rückgriff auf Zulieferer Probleme machten.

Boeings Dreamliner: Bestseller mit Verspätung

Erzrivale liefert 2013 aus

Der lang erwartete „Dreamliner“ von Boeing soll das Reisen über den Wolken revolutionieren: Mit mehr als drei Jahren Verspätung liefert der US-Flugzeugbauer die erste 787 aus. Die japanische All Nippon Airways (ANA) übernahm 2011 den ersten der Langstreckenjets. Damit soll eine neue Ära in der Luftfahrt beginnen. Erzrivale Airbus wird sein Konkurrenzmodell A350 voraussichtlich erst ab Ende 2013 ausliefern.

Gute Luft und wenig Sprit

Der „Dreamliner“ wartet nach Boeing-Angaben mit größeren Fenstern, einer angenehmeren Luft und einem geringeren Spritverbrauch auf als bisherige Typen. Möglich macht das die großflächige Verwendung der leichten und stabilen Karbonfasern statt des üblichen Aluminiums.

Ärger mit der Technik

Das neue Kunststoff-Material bescherte den Amerikanern jedoch auch jede Menge Ärger, weil die Ingenieure die Technik erst erlernen mussten. Es kam zu wiederholten Verzögerungen und jeder Menge Misstönen. Eigentlich hätte der erste „Dreamliner“ schon im Mai 2008 ausgeliefert werden sollen. Von der Bestellungen her ist die 787 aber schon ein Bestseller.

Air Berlin wird deutscher Erstkunde

Boeing liegen insgesamt 799 Orders (Stand: Januar 2012) vor. Deutscher Erstkunde soll 2014 Air Berlin werden. „Jetzt, da das Flugzeug fertig zur Auslieferung ist, kann das ganze Team feiern“, sagte „Dreamliner“-Programmchef Scott Fancher nach der Unterzeichnung der Verträge mit All Nippon Airways.

Mehrkosten in Milliardenhöhe

Die Verzögerungen kosteten die Mitarbeiter nicht nur Nerven und die Kunden viel Geduld. Es entstanden auch milliardenschwere Mehrkosten. Noch ist unklar, ab welcher Stückzahl der Airbus-Rivale mit dem Flugzeug überhaupt Geld verdient.

Bis zu 290 Passagiere

Da der „Dreamliner“ laut Hersteller 20 Prozent weniger Sprit als bisherige Typen verbraucht, lohnt es sich, bislang uninteressante Langstrecken-Routen direkt zu fliegen. In der kleineren Variante des „Dreamliner“, der 787-8, finden 210 bis 250 Passagiere Platz, in der verlängerten 787-9 bis zu 290.

Von der „Financial Times“ befragte Analysten gehen davon aus, dass Boeing im Jahr 2012 bis zu 600 Maschinen an Fluggesellschaften übergeben hat. Die EADS-Tochterfirma Airbus hatte sich selbst die Marke von 580 Jets zum Ziel gesetzt. Die endgültigen Zahlen werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben.


Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

transconti23

02.01.2013, 20:49 Uhr

„Boeing verbucht im Konkurrenzkampf mit Airbus einen großen Erfolg: Der Flugzeughersteller hat sich einen Milliardenauftrag für seine spritsparende 737 MAX gesichert – und ist damit womöglich wieder die Nummer 1 im Markt.“ Ein Moment: Hat der Person die diese Satz geschrieben eine Ahnung in der Branche? Auch mit 1000 737MAX Bestellungen ist diese Flieger weit hinter der Airbus A319/A320/A321 Neo Bestellungen. Ich vermute, hier ist wieder von Boeing gesponserter Artikel.

transconti23

02.01.2013, 20:50 Uhr

„Boeing verbucht im Konkurrenzkampf mit Airbus einen großen Erfolg: Der Flugzeughersteller hat sich einen Milliardenauftrag für seine spritsparende 737 MAX gesichert – und ist damit womöglich wieder die Nummer 1 im Markt.“ Ein Moment: Hat der Person die diese Satz schrieb eine Ahnung in der Branche? Auch mit 1000 737MAX Bestellungen ist diese Flieger weit hinter der Airbus A319/A320/A321 Neo Bestellungen. Ich vermute, hier ist wieder eine von Boeing gesponserter Artikel.

Craake2012

03.01.2013, 13:57 Uhr

Hier hat mal jemand keine Ahnung vom Thema, die 737
ist der meistverkaufte Flieger seiner Klasse mit derzeit
7300 ausgelieferten Exemplaren, weit mehr als die a320 familie
von Airbus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×