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18.01.2012

12:55 Uhr

Konsum

Die Deutschen kaufen mehr Elektro-Haushaltsgeräte

Die Nachfrage nach Elektrogeräten für den Haushalt ist ungebrochen. Fast die Hälfte aller Großgeräte ist zehn Jahre und älter, sagt die Industrie. Einziges Sorgenkind ist der Export in die Euro-Länder.

Für deutsche Kunden zählt zunehmend die Energieeffizienz von Haushaltsgeräten. dpa

Für deutsche Kunden zählt zunehmend die Energieeffizienz von Haushaltsgeräten.

FrankfurtDie konsumfreudigen Deutschen werden auch in diesem Jahr den Absatz von Elektro-Haushaltsgeräten antreiben. Nach dem vierten Umsatzplus in Folge im Vorjahr rechnet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) für 2012 mit einem weiteren Wachstum für die deutsche Elektroindustrie um ein bis zwei Prozent im Inland. Die Erlöse in dem Hausgerätesegment kletterten 2011 um 3,5 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro (zu Netto-Herstellerpreisen), wie der Verband in Frankfurt mitteilte. Der Export werde aber wegen des schwachen Konsumklimas in Folge der Schuldenkrise insbesondere in Europa stagnieren, sagte ZVEI-Vorstand und Miele-Chef Reinhard Zinkann.

Der besonders hohe Absatz von Großgeräten gehe über die reine Ersatzbeschaffung hinaus, sagte Zinkann. Ein Verkaufstreiber sei die stark verbesserte Energieeffizienz der Geräte, die viele Kaufentscheidungen beeinflussten. Weitere Verbesserungen würden aber mit der erreichten Effizienz technisch immer anspruchsvoller und damit kostspieliger. Der Verbraucher werde den höheren Anschaffungspreis nur akzeptieren, wenn er ihn durch eingesparte Energiekosten wettmachen kann. Erhebliches Potenzial sieht der ZVEI im Einsatz intelligenter Stromzähler (Smart Grids), die günstigere Stromtarife in Randzeiten nutzen könnten.

Der deutsche Hausgerätexport ist laut Verband im Jahr 2011 um vier Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gewachsen. Wachstum verzeichneten die Hersteller in Osteuropa und dem sehr anspruchsvollen Markt Asien, während in Nordamerika und Südeuropa die Nachfrage schrumpfte. In Asien haben die traditionell starken einheimischen Hersteller laut Zinkann auch technologisch aufgeholt. Die Deutschen müssten sich nicht mehr nur auf einen reinen Preiswettbewerb einstellen, sondern auch um Innovationen kämpfen. Insgesamt werde der Export in diesem Jahr eher stagnieren.

Im Inland sehen die Firmen weiterhin günstige Marktbedingungen. Laut einer vom ZVEI in Auftrag gegebenen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) sind 41 Prozent aller großen Haushaltsgeräte zehn Jahr und älter. Bei den Elektroherden und Kochfeldern betrage die Quote 49 Prozent, bei den Gefriergeräten 48 Prozent.

Bei den Kleingeräten wächst vor allem das Segment der Espressoautomaten mit und ohne Kapselsystemen weiterhin deutlich zweistellig. Eine Sättigung des Marktes sei nicht in Sicht. Dafür wurden 2011 acht Prozent weniger traditionelle Brühkaffeemaschinen verkauft, berichtete ZVEI-Experte Georg Walkenbach.

Von

dpa

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