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25.02.2004

21:19 Uhr

Konzentration auf das Kerngeschäft

Verkauf von Hochtief spült 950 Millionen in die RWE-Kasse

RWE hat will sich künftig auf sein Kerngeschäft mit Gas, Wasser und Strom konzentrieren. Dazu hat sich der Essener Versorgungskonzern von seiner Mehrheit am größten deutschen Baukonzern Hochtief getrennt. Der Verkauf des 56,1-Prozent-Anteils spülte am Mittwoch rund 950 Millionen Euro in die RWE-Kasse.

HB ESSEN. Die 32,6 Millionen Hochtief-Aktien wurden für 23 Euro pro Aktie verkauft, wie ein RWE- Sprecher mitteilte. Damit wurden rund 750 Millionen Euro erlöst. Gleichzeitig sei eine dreijährige Umtauschanleihe auf Hochtief-Aktien in einem Volumen von 200 Millionen Euro platziert worden.

RWE begründete den Verkauf mit dem günstigen Kurs der Hochtief- Aktie. Hochtief-Vorstandschef Hans-Peter Keitel zeigte sich zufrieden und bezeichnete den Zeitpunkt als „optimal gewählt“. Durch den Aktien-Verkauf habe sich der Streubesitz von Hochtief verdreifacht. „Der Aktionärskreis entspricht damit unserer globalen Aufstellung, unsere Handlungsspielräume erweitern sich“, sagte Keitel.

Erst in der vergangenen Woche hatte Hochtief seine Bilanz für 2003 mit einem kräftigen Plus beim Vorsteuergewinn um 30 Prozent auf 159 Millionen Euro vorgelegt. Den Aktionären wurde dabei eine um zehn Cent auf 65 Cent je Aktie aufgestockte Dividende in Aussicht gestellt.

Weiterer Anstieg des Vorsteuergewinns angekündigt

Für das laufende Jahr hatte Keitel vor dem Hintergrund einer weiterhin guten Entwicklung vor allem bei den amerikanischen und asiatischen Töchtern einen weiteren Anstieg des Vorsteuergewinns angekündigt. Vor allem durch den schwachen US-Dollar war die Bauleistung der Konzerns im vergangenen Jahr jedoch um zehn Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zurückgegangen.

Der RWE-Konzern hatte bereits seit längerem die Trennung von der erfolgreichen Baubeteiligung in Aussicht gestellt. Neben Hochtief steht auch die Tochter Heidelberger Druck auf der Verkaufsliste, des zum Stichtag Ende September 2003 mit rund 19 Milliarden Euro verschuldeten zweitgrößten deutschen Energiekonzerns.

Erklärtes Ziel des seit gut einem Jahr amtierenden RWE-Chefs Harry Roels ist neben der Konzentration des Konzerns auf sein Kerngeschäft auch der Abbau des Schuldenbergs. Erst vor wenigen Monaten hatte Roels milliardenschwere Investitionen in den Kraftwerksbau angekündigt und Interesse an einer möglichen Übernahme des zum RAG-Konzern gehörenden Energieerzeugers Steag angekündigt.

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