Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2004

07:27 Uhr

Konzern senkt Schätzungen seiner Ölreserven um 20 Prozent - Auch BP dämpft die Hoffnungen

Shell versetzt dem Markt Öl-Schock

VonAndreas Hoffbauer (Handelsblatt)

Mit der Neubewertung seiner Ölreserven hat der britisch-niederländische Energiekonzern Royal Dutch/Shell Group den Ölmarkt unter Druck gebracht. Der Konzern hatte am Freitag eingeräumt, dass er weit weniger Reserven besitzt als angenommen.

LONDON. Mit der Neubewertung seiner Ölreserven hat der britisch-niederländische Energiekonzern Royal Dutch/Shell Group den Ölmarkt unter Druck gebracht. Der Konzern hatte am Freitag eingeräumt, dass er weit weniger Reserven besitzt als angenommen. 20 % der bisher angegeben Vorkommen könnten nicht mehr als gesichert bezeichnet werden, teilte Shell mit. Als Folge legte der Ölpreis erneut zu und kletterte zum Wochenausklang bis auf die Marke von 31,80 $ je Barrel (159 Liter) Rohöl.

Alle großen Ölfirmen haben Probleme, neue Vorkommen in ausreichendem Umfang zu finden. Die Korrektur von Shell hat nun heftige Kritik der Analysten ausgelöst, da der Konzern nach Meinung vieler Experten seit Jahren zu wenig Reserven erschließt. Der Aktienkurs brach am Freitag um 7 % ein.

Auch die Aktie des Konkurrenten BP Plc. gab zum Wochenausklang nach, nachdem der Konzern rückläufige Gewinnspannen für das vierte Quartal bekannt gegeben hatte. Vor allem auf dem US-Markt sind die Margen durch gestiegene Rohstoffkosten und durch volle Lager unter Druck, gab BP an.

Dieser Dämpfer kam für Experten nicht ganz überraschend. Bereits am Donnerstag hatte Conoco Phillips, der drittgrößte Ölkonzern in den USA, die Erwartungen wegen der geschrumpften Gewinnspannen am heimischen Markt zurückgeschraubt. So wurde der Markt völlig vom „Shell-Schock“ beherrscht. „BP ist auf dem richtigen Weg, anders Shell“, kommentierte ein Analyst. Im Oktober hatte Shell erklärt, dass man das Produktionsziel 2003 nicht erreichen werde – und wohl auch dieses Jahr nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×