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11.01.2005

07:33 Uhr

Konzern steht in den USA im Verdacht, Sanktionen zu verletzen

Halliburton erhält Bohrauftrag im Iran

Der Ölservicekonzern Halliburton hat Medienberichten zu Folge einen Auftrag im Iran erhalten: Zusammen mit der iranischen Firma Oil Oriental Kish kann der US-Konzern auf zwei Abschnitten des im persischen Golf gelegenen Gasfelds South Pars die Bohrarbeiten übernehmen.

tom DÜSSELDORF. Das sagte Akbar Torkan, ein Manager der staatlichen Ölgesellschaft Pars Oil & Gas Company, der Nachrichtenagentur Isna. South Pars ist das größte vor der Küste gelegene Gasfeld der Welt. Iran teilt es sich mit Katar. Der Auftrag für das Konsortium mit Halliburton hat Branchenschätzungen zu Folge ein Volumen von rund 300 Mill. Dollar.

Der US-Konzern ist schon länger im Iran aktiv über eine auf den Cayman-Inseln registrierte Firma, Halliburton Products & Services (HPSL). Ein US-Bundesgericht ermittelt zur Zeit gegen Halliburton wegen seiner Geschäfte im Iran. Der Konzern steht im Verdacht, Sanktionen der USA gegen Iran verletzt zu haben. Vertreter der in Dubai ansässigen HPSL waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Halliburton hat in der Vergangenheit darauf verwiesen, die Aktivitäten im Iran seien legal, da die verantwortlichen Tochterfirmen strikt vom Konzern getrennt seien. Zudem mache der Umsatz in dem Land weniger als ein halbes Prozent vom Gesamtumsatz aus.

Hauptauftragnehmer bei den nun vergebenen Abschnitten des Gasfelds sind die koreanische LG Group sowie mehrere staatliche iranische Firmen. Die Iraner haben bisher rund 20 Entwicklungsphasen abgesteckt. Zu den beteiligten Konzernen zählen Eni, Total, Repsol und Royal Dutch/Shell. Die großen US-Ölmultis wie Exxon-Mobil haben sich bisher wegen der Sanktionen vom Iran ferngehalten.

South Pars ist eines der wichtigsten Entwicklungsprojekte im Iran, dem zweitgrößten Ölförderer der Opec. Neben der reinen Förderung sollen bis zum Jahr 2010 drei Anlagen zur Verflüssigung des Gases entstehen – eine Voraussetzung, um Exportmärkte erreichen zu können.

Halliburton erneuert zur Zeit im Auftrag der US-Regierung die Ölanlagen im Irak für rund 1,2 Mrd. Dollar. Die Tochter KBR ist im großen Stil am Wiederaufbauprogramm beteiligt. In diesem Zusammenhang laufen in den USA auch Ermittlungen gegen den Konzern wegen womöglich überteuerter Dienste.

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