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25.02.2004

08:50 Uhr

Konzern stellt Entsorgungsgeschäft zum Verkauf

Neue Niederlage für RWE-Chef Roels

VonJürgen Flauger und Markus Hennes (Handelsblatt)

Der Chef des Essener Energiekonzerns RWE, Harry Roels, hat eine schwere Niederlage erlitten: Neuer Chef der RWE Energy und Mitglied des Konzernvorstands wird nicht der Roels-Kandidat Udo Niehage, sondern der bisherige RWE-Power-Chef Berthold Bonekamp. Das gab der Energiekonzern am Mittwoch in Essen bekannt.

Harry Roels

Gegenwind aus dem Aufsichtsrat. Foto: dpa

ESSEN. Roels Mann für den Vorstandsvorsitz der wichtigsten Konzerntochter RWE Energy, der Siemens-Manager Udo Niehage, zog seine Kandidatur zurück, nachdem er im Aufsichtsrat auf Widerstand gestoßen war. Dies erfuhr das Handelsblatt aus RWE-Kreisen. Für Roels ist das nicht die erste Panne. Einen langwierigen Streit mit den kommunalen Aktionären über die neue Konzernstruktur konnte er im November erst in letzter Minute durch umfangreiche finanzielle Zugeständnisse an die Kommunen lösen.

Schon in den vergangenen Tagen hatte sich abgezeichnet, dass Niehage, der auch in den Vorstand des Gesamtkonzerns einziehen sollte, auf der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat auf Widerstand stoßen würde. Roels hatte mehr als ein halbes Jahr lang nach einem externen Manager für die Vertriebssparte gesucht. Mehrere Kandidaten sagten ab; die mit der Suche zunächst beauftragten Headhunter wurden ausgewechselt. Allerdings hatte Roels sich selbst in Zugzwang gebracht: Bei der Präsentation der neuen Konzernstruktur stellte er im Juni 2003 zwar mit Bonekamp einen Chef für die Erzeugungssparte RWE Power vor, den Vorstandsvorsitz der Vertriebssparte RWE Energy ließ er aber vakant. Der von vielen als Favorit gehandelte RWE-Manager Heinz- Werner Ufer sollte die Sparte nach Roels’ Meinung nur kommissarisch leiten. „Das hat für gehöriges Kopfschütteln gesorgt“, sagte ein Branchenexperte.

Bonekamps Nachfolger an der Spitze der Kraftwerkssparte wird RWE-Vorstand Gert Maichel. Maichel behalte überdies sein Mandat als Holding-Vorstand, hieß es.

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