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23.01.2003

10:01 Uhr

Konzern übertraf Analystenprognosen

Siemens-Ausblick wird von der Börse belohnt

Die Siemens AG hat sich nach einem über den Erwartungen liegenden Gewinn im ersten Quartal vorsichtig optimistisch für das Gesamtjahr gezeigt. Vorstandschef Heinrich von Pierer bekräftigte, auch im gesamten Geschäftsjahr solle der operative Konzerngewinn steigen. Die Siemens-Aktie zog zeitweise um fast fünf Pozent an und zeigte damit die beste Kursentwicklung im Dax.

Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer. Foto: dpa

Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer. Foto: dpa

Reuters MÜNCHEN. „Das operative Ergebnis der Bereiche wird besser ausfallen als im vergangenen Jahr“, sagte von Pierer am Donnerstag im Vorfeld der Hauptversammlung in München vor Journalisten. Es sei aber zu früh, um von einer Bodenbildung im Geschäftsverlauf des Unternehmens zu sprechen. In einem Fernseh-Interview am Rande der Veranstaltung fügte er hinzu, er glaube, dass das Jahr in der Tendenz besser werde als vermutet.

Überschuss über den Erwartungen

Das Ergebnis im Quartal sei besser als erwartet ausgefallen, ergänzte von Pierer. Siemens übertraf auch die durchschnittlichen Gewinnprognosen der Analysten. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2002/2003 (zum 30. September) nannte Siemens einen Überschuss von 521 Millionen Euro, verglichen mit 538 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Überschuss von 395 Millionen Euro prognostiziert.

Auch der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen lag mit 604 (487) Millionen Euro über den Expertenschätzungen von durchschnittlich 536 Millionen Euro. Für den Anstieg sorgten unter anderem Sondererträge der Kraftwerkssparte und ein Rückgang der Restrukturierungslasten. Der Umsatz ging stärker als erwartet auf 18,8 (20,5) Milliarden Euro zurück, und auch beim Auftragseingang gab es Einbußen in fast allen Bereichen. Besonders hart wurde der Kraftwerksbereich Power Generation (PG) getroffen, bei dem die Bestellungen im Quartal auf 2,27 (4,09) Milliarden Euro einbrachen.

Wechselkurse und Pensionspläne belasten

Siemens teilte mit, Währungseffekte hätten das Ergebniswachstum belastet. Siemens sei wegen seiner hohen Wertschöpfung in den USA anfällig dafür, sagte von Pierer. Gerade mit seinen wichtigsten Ertragsbringern wie Medizintechnik und PG macht Siemens viel US-Umsatz, der durch den schwachen Dollar gedrückt wird.

Als Belastungsfaktor nannte Siemens auch den Aufwand für die Pensionspläne der Mitarbeiter. Die Pensionsfonds, die die schlechte Börsenentwicklung zu spüren bekommen, seien im Quartal mit einer Sonderdotierung von 442 Millionen Euro gestärkt werden, außerdem habe Siemens Immobilien im Wert von 377 Millionen Euro an den deutschen Pensionsfonds übertragen. Der zentrale Aufwand für die Pensionen sei im Jahresvergleich auf 198 Millionen Euro von 63 Millionen Euro gestiegen.

Sorgenkind ICN

Im Problembereich ICN (Netzwerke) stieg der operative Verlust vor allem durch Restrukturierungsaufwendungen auf 151 (124) Millionen Euro. Die ebenfalls in der Sanierung steckende Mobilfunksparte ICM steigerte den Gewinn auf 59 (37) Millionen Euro. Es sei nach wie vor das Ziel, im Schlussquartal des Geschäftsjahres die Ertragswende bei ICM zu erreichen, sagte von Pierer.

Der zuletzt größte Gewinnträger des Konzerns, (PG), steigerte den Gewinn durch Sondererträge von 125 Millionen Euro um 107 Millionen Euro auf 409 Millionen Euro. Die Erträge seien Gebühren, die Kunden für die Stornierung ihrer Aufträge bezahlt hätten, teilte Siemens mit.

Positive Resonanz von der Börse

Das Ebit im ersten Quartal liege zwar über dem des Vorjahres, sagte Analyst Theo Kitz vom Münchener Bankhaus Merck Finck. „Das war allerdings auch relativ einfach, weil die Vergleichsbasis relativ niedrig war. Aber das zweite Quartal wird wahrscheinlich wesentlich schwieriger.“

Ein Münchener Fondsmanager sagte, die Zahlen seien etwas besser ausgefallen als erwartet. Positiv sei, dass Siemens bei seiner Prognose für das Gesamtjahr geblieben sei. An der Börse wurden die Zahlen und der bestätigte Ausblick sehr positiv aufgenommen. Die Aktie lag gegen Mittag noch mehr als drei Prozent im Plus bei 39,60 Euro.

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