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28.03.2011

22:20 Uhr

Konzern-Umbau

Siemens bringt Osram an die Börse

VonAxel Höpner

Siemens nutzt den radikalen Konzernumbau auch für eine Neuordnung des Vorstands. Das beschloss der Aufsichtsrat des Konzerns am späten Abend. Und auch für die Licht-Tochter Osram steht nun der Fahrplan Richtung Börse.

Siemens-Chef Peter Löscher will große Sprünge machen. Quelle: Reuters

Siemens-Chef Peter Löscher will große Sprünge machen.

MünchenDer bisherige Strategiechef, Roland Busch, zieht neu in das Führungsgremium ein. Der 46-jährige Physiker übernimmt die Leitung des neuen Sektors "Infrastructure and Cities" mit einem Umsatz von etwa 20 Milliarden Euro, wie das Handelsblatt bereits vorab berichtete. Der Vertraute von Konzernchef Löscher galt schon lange als Kandidat für höhere Weihen.

Ebenfalls neu in den Vorstand kommt Michael Süß als Chef des Energieesektors. Der 47-Jährige leitete bislang das fossile Energiegeschäft von Siemens. Er tritt die Nachfolge von Wolfgang Dehen ein, der CEO des Börsenkandidaten Osram wird. Außerdem wird es künftig im Siemens-Vorstand auch wieder einen eigenen Technologie-Vorstand geben. Diese Aufgabe übernimmt Klaus Helmrich. Der 52-Jährige führt derzeit die Antriebssparte im Industrie-Sektor. Damit gibt es künftig zehn Vorstände - bislang waren es acht.

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für den Umbau der Konzernzentrale im Herzen von München auf Hochtouren. Die berühmte rosafarbene, klassizistische Fassade am Wittelsbacher Platz bleibt zwar, doch hinter dem Ludwig-Ferdinand-Palais mit dem Haupteingang bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Einen dreistelligen Millionenbetrag lässt sich Vorstandschef Peter Löscher den Umbau des riesigen Geländes bis 2015 kosten.

Der Aufsichtsrat entscheidet heute über den geplanten Börsengang der Lichttochter Osram, zudem soll der vierte Sektor "Infrastructure and Cities" geschaffen werden, dessen Chef Busch werden soll. Mit größerem Widerstand ist im Kontrollgremium nicht zu rechnen.

Die Arbeitnehmer holt Löscher mit ins Boot, in dem Siemens auch nach dem Börsengang bei Osram beteiligt bleiben will. Siemens werde auf absehbare Zeit die Mehrheit abgeben, aber "ein stabiler Ankeraktionär bleiben", heißt es in Unternehmenskreisen. Wenn der Konzern "25 plus X" behält, dürfte die Zustimmung der Arbeitnehmerseite deutlich einfacher zu bekommen sein. Zudem hat Siemens durchaus ein Eigeninteresse, mit der profitablen Tochter verbunden zu bleiben.

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