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06.01.2005

08:33 Uhr

Konzern will Verkaufsvolumen dort mittelfristig verdoppeln

Siemens übertrifft eigene Erwartungen in China

Der Siemens-Konzern hat im vergangenen Jahr im China-Geschäft seine eigenen Erwartungen „beträchtlich übertroffen“.

HB PEKING. Seit Beginn seiner Wachstumsinitiative in China im Mai vergangenen Jahres seien Marktanteile gewonnen und die Ertragslage deutlich verbessert worden, berichtete Siemens-Chef Heinrich von Pierer am Donnerstag vor Journalisten in Peking. „Unser Ziel ist es, das Verkaufsvolumen mittelfristig zu verdoppeln und schneller als der Markt zu wachsen.“ Das Yuan-Volumen neuer Aufträge sei um 34 Prozent und der Absatz um 28 Prozent gestiegen. In Euro berechnet waren es 15 Prozent beziehungsweise 20 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr.

Siemens rechnet in China in Kürze mit einer neuen Ausschreibung für Zugsysteme, die schneller als 200 Stundenkilometer fahren. Möglicherweise schon im nächsten Monat, aber auf jeden Fall „ziemlich bald“, wie Siemens-Chef Heinrich von Pierer am Donnerstag sagte, werde die Ausschreibung für die Modernisierung der chinesischen Eisenbahn kommen. Die lukrative 1300 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Schanghai werde voraussichtlich aber gesondert ausgeschrieben, da die Geschwindigkeit höher liegen müsse, sagte von Pierer vor Journalisten in Peking.

Eine Entscheidung über den Bau einer Verlängerung der Flughafenstrecke der Magnetschnellbahn Transrapid in Schanghai in die Nachbarstadt Hangzhou erwartet von Pierer dieses Jahr. Doch gibt es nach seinen Angaben noch kein grünes Licht von der Entwicklungs- und Reformkommission in Peking, das informierte Kreise zunächst bis Jahresende erwartet hatten. Die dann folgenden Verhandlungen des Transrapid-Konsortiums aus Siemens und ThyssenKrupp müssen nach Unternehmensangaben allerdings bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden, damit die neue Transrapid-Strecke wie geplant zur Weltausstellung 2010 in Schanghai den Betrieb aufnehmen kann.

Der Siemens-Chef brachte auch wieder eine Strecke von Schanghai nach Nanjing ins Spiel, über die bereits mit dem früheren Ministerpräsidenten Zhu Rongji bei der Jungfernfahrt des Transrapids in Schanghai vor zwei Jahren gesprochen worden sei. Die Wahl des Transrapids für die Verbindung Peking-Schanghai sei entgegen allen Spekulationen aber „niemals ein konkretes Projekt“ gewesen und mit der chinesischen Seite auch niemals diskutiert worden.

Von Pierer hat einschneidende Veränderungen im defizitären Handy-Geschäft des Konzerns angekündigt. Bis zur Hauptversammlung am 27. Januar werde er versuchen, ein Konzept zur Lösung der Probleme vorzulegen. „Ändern, schließen, verkaufen oder einen Partner für eine Zusammenarbeit finden“ beschrieb er am Donnerstag vor Journalisten in Peking die Optionen. Er gab keine Details und lehnte auch jeden Kommentar zu Spekulationen ab, dass Siemens seine Handy-Sparte eventuell an den größten chinesischen Hersteller Ningbo Bird verkaufen werde.

Siemens kooperiert in China seit Juni mit dem Unternehmen Ningbo Bird, das jetzt die Handys des viertgrößten Herstellers der Welt über seine 30 000 Läden in China verkauft. In dem hart umkämpften Markt in China, das mehr als 300 Millionen Handy-Nutzer hat, hält Siemens nur schwer mit der Konkurrenz mit. Auch die Vertriebszusammenarbeit mit Ningbo Bird kommt erst langsam voran.

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