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01.02.2007

13:03 Uhr

Konzernchef Kleinfeld weist Vorwürfe zurück

Ex-Geschäftspartner soll Siemens erpresst haben

Der Technikkonzern Siemens soll nach Informationen des "Wall Street Journals" im Zusammenhang mit Bestechungszahlungen 2004 von einem ehemaligen Geschäftspartner aus Saudi-Arabien erpresst worden sein.

MÜNCHEN. Das Blatt berichtet, ein Vertreter des früheren Geschäftspartners habe von Siemens mehr als 900 Mill. Dollar gefordert und andernfalls damit gedroht, Dokumente über Bestechungsgelder für Telekommunikationsaufträge in dem Königreich an die US-Börsenaufsicht SEC weiterzuleiten. Die Zeitung beruft sich auf Angaben eines ehemaligen Siemens-Managers, gegen den in der Korruptionsaffäre ebenfalls Vorwürfe erhoben worden waren.

Siemens bestätigte am Mittwoch zwar, dass es Forderungen eines früheren Handelsvertreters in Saudi-Arabien gegeben habe, mit dem ein Vertrag frühzeitig beendet worden sei. In einem Schiedsgerichtsverfahren sei darüber aber eine Einigung erzielt worden. Bei diesem Vergleich, der im Übrigen mehrfach überprüft worden sei, habe es keinerlei Anhaltspunkte gegeben, dass unsaubere Geschäfte oder Zahlungen enthalten gewesen wären, sagte ein Siemens-Sprecher. Grundsätzlich müssten Aussagen von Beschuldigten kritisch hinterfragt werden, sagte er.

In dem Bericht hatte es geheißen, der Ex-Siemens-Manager, der im vergangenen Jahr bereits in Untersuchungshaft saß, habe mit Unterstützung von Siemens-Managern Anfang 2005 einen Deal ausgehandelt. Demnach seien dem ehemaligen saudi-arabischen Geschäftspartner 50 Mill. Dollar zugesagt worden. Bei 17 Mill. Dollar davon habe es sich um zurückliegende Verpflichtungen gehandelt, den Rest habe der ehemalige Siemens-Manager, der nach eigenen Angaben auch die Führungsspitze über den Vorgang informiert habe, als "Schweigegeld" bezeichnet.

Der jetzige Siemens-Chef Klaus Kleinfeld wies in einer in dem Bericht zitierten Stellungnahme Anschuldigungen zurück, über Bestechungszahlungen informiert gewesen zu sein. Zu keiner Zeit habe der frühere Manager ihm gegenüber erwähnt, dass ein "Schweigegeld" bei einer Vereinbarung eine Rolle gespielt haben könnte. Er habe auch niemals Kenntnis von möglichen Dokumenten erhalten, die im Zusammenhang mit Bestechungszahlungen gestanden hätten, erklärte Kleinfeld darin. Sein Vorgänger Heinrich von Pierer, der mittlerweile dem Siemens-Aufsichtsrat vorsitzt, erklärte dem Bericht zufolge, beim Löwenanteil der Forderungen habe es sich um Geld gehandelt, das dem Unternehmen durch die frühzeitige Vertragsbeendigung entgangen sei.

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